Luftsicherheitsgebühren steigen zu Jahresbeginn deutlich an

14.12.2015 - 15:19 0 Kommentare

Ab dem 1. Januar gelten an den deutschen Flughäfen neue Luftsicherheitsgebühren - und die liegen teilweise deutlich über den bislang geltenden. Spitzenreiter ist der Flughafen Hamburg mit einem Plus von mehr als 30 Prozent.

Zwei Bundespolizisten stehen auf dem Flughafen in Frankfurt am Main an einer geschlossenen Sicherheitskontrolle.  - © © dpa - Boris Roessler

Zwei Bundespolizisten stehen auf dem Flughafen in Frankfurt am Main an einer geschlossenen Sicherheitskontrolle. © dpa /Boris Roessler

An den deutschen Verkehrsflughäfen gelten ab dem Jahreswechsel neu berechnete Luftsicherheitsgebühren. Diese fallen teilweise erheblich höher aus als bislang, wie aus der aktuellen Gebührentabelle des Bundesinnenministeriums hervorgeht.

Spitzenreiter beim Anstieg der Luftsicherheitsgebühren ist unter den großen Verkehrsflughäfen Hamburg. Pro Passagier liegt sie dort ab dem 1. Januar bei 5,31 Euro. Am 1. Januar 2015 hatte die Gebühr am Airport der Hansestadt noch bei 4,05 Euro gelegen und war bereits zum Oktober auf 4,30 Euro angehoben worden. Auf Jahressicht wurde sie also pro Passagier um 1,26 Euro oder umgerechnet 31 Prozent erhöht.

Hannover ist Ausnahme unter großen Airports

An nahezu allen großen Flughäfen weist die Tabelle des Ministeriums gestiegene Gebühren aus - und das im zweistelligen Prozentbereich. Dies gilt beispielsweise für Frankfurt, Düsseldorf, Dresden und Leipzig/Halle. Lediglich für den Flughafen Hannover sinkt die Luftsicherheitsgebühr. Das allerdings nur minimal um 14 Cent oder 1,7 Prozent.

Sinken wird die Abgabe zum Jahreswechsel nur noch an zwei weiteren Flughäfen und zwar in Karlsruhe/Baden-Baden und Rostock. An den Flughäfen Hahn, Lübeck und Sylt bleibt sie wiederum konstant.

Das gilt auch für die Flughäfen, an denen bereits jetzt die maximale Luftsicherheitsgebühr in Höhe von zehn Euro pro Passagier fällig wird. Dazu zählen Kassel-Calden, Magdeburg-Cochstedt, Saarbrücken und Erfurt.

Luftsicherheitsgebühren 2014, 2015 und 2016 pro Passagier
Gebühren in Euro Stand 12/2014 Gebühren in Euro Stand 12/2015 Gebühren in Euro ab 01/2016
Hahn 3.40 4.40 4.40
Dortmund 3.71 4.62 5.29
Bremen 5.80 6.20 7.43
Münster 6.96 6.99 7.16
Niederrhein 4.61 4.91 4.89
Leipzig 3.91 4.80 5.37
Frankfurt 7.78 8.24 9.10
Heringsdorf 3.31 3.74 4.02
Lübeck 6.41 6.98 6.98
Rostock 5.34 5.49 4.52
Sylt 7.74 8.29 8.29
Braunschweig 8.56 8.56 9.00
Erfurt 10.00 10.00 10.00
Saarbrücken 10.00 10.00 10.00
Memmingen 4.14 4.41 4.52
Hamburg 4.03 4.30 5.31
Dresden 5.07 5.65 6.55
Paderborn 6.03 7.25 7.94
Köln/Bonn 6.05 6.05 6.14
München 5.55 5.82 6.39
Düsseldorf 4.42 5.30 5.50
Stuttgart 4.91 5.05 5.69
Friedrichshafen 7.09 8.19 9.70
Nürnberg 6.67 7.13 7.79
Karlsruhe 5.42 6.00 5.76
Hannover 7.39 8.34 8.20
Tegel 6.01 5.98 6.87
Schönefeld 6.13 6.02 6.08
Magdeburg 10.00 10.00 10.00
Kassel 10.00 10.00 10.00

Quelle: Bundesministerium des Innern (BMI)

Auch zu Beginn 2015 waren die Luftsicherheitsgebühren teils deutlich angehoben worden. Als Grund hatte der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften die Tariferhöhungen für die im Bereich tätigen Mitarbeiter in den vorherigen Jahren genannt. Dies sei der wesentliche Kostentreiber gewesen. Auch zum Jahresbeginn 2014 waren die Gebühren erhöht worden.

Die Luftsicherheitsgebühr wird entweder durch die Bundespolizei oder durch die jeweilige Landesbehörde berechnet und eingezogen. Einfluss auf die Gebührenhöhe haben den Angaben nach das Passagieraufkommen des jeweiligen Flughafens und Faktoren wie beispielsweise der Standort der Sicherheitskontrollen. Diese Behörden übersenden den Luftfahrtunternehmen anhand der übermittelten Passagierzahlen entsprechende Gebührenbescheide. Die Luftfahrtunternehmen stellen diese Gebühren zumindest zum Teil ihren Passagieren in Rechnung.

Von: gk
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Die beiden Spitzenkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen für die anstehende Bundestagswahl, Cem Özdemir (l-r) und Katrin Göring-Eckardt. Deutsche Luftverkehrspolitik vor ungewisser Zukunft

    Deutschland hat gewählt. Das Ergebnis stellt die Luftverkehrspolitik im Lande vor eine ungewisse Zukunft. Die Positionen der Jamaika-Parteien gehen von "weiterentwickeln" bis "überflüssig". Dabei stehen wichtige Entscheidungen an.

    Vom 26.09.2017
  • Carsten Spohr (l-r), Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa, Stefan Schulte, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und Klaus-Dieter Scheurle, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Flugsicherung. Das fordert die Branche von der Politik

    Bundestagswahl Luftverkehrssteuer nicht abgeschafft, Luftverkehrskonzept nicht abgestimmt: Die Branche blickt auf eine ernüchternde Legislaturperiode zurück - und appelliert an die neue Regierung. Ein luftfahrtpolitischer Rück- und Ausblick.

    Vom 22.09.2017
  • Bis zur vollständigen Etablierung der BDLS-Strukturen erfolgt die themenbezogene Kommunikation laut Mitteilung durch den Fachverband Aviation im BDSW. BDLS nimmt Arbeit auf

    Neuer Verband: Der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) soll die wirtschaftspolitischen Interessen aller 23 Mitglieder auf nationaler und europäischer Ebene vertreten. Als Wirtschafts- und Arbeitgeberverband legt der BDLS laut Mitteilung die Richtlinien der Tarifpolitik fest und koordiniert die Tarif­verhandlungen.

    Vom 13.09.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus

Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr Stellenangebote »
Anzeige schalten »