Luftsicherheit: Bundesratsinitiative gegen Laserpointer geplant

10.03.2015 - 15:36 0 Kommentare

Pilotenvertreter warnen bereits seit längerem vor gefährlichen Attacken mit Laserpointern. Nun setzt sich Baden-Württemberg für ein Verkaufsverbot der Geräte an normale Verbraucher ein.

Immer wieder werden Piloten mit Laserpointern geblendet. - © © dpa - Patrick Lux

Immer wieder werden Piloten mit Laserpointern geblendet. © dpa /Patrick Lux

Nach gefährlichen Blendattacken mit Laserpointern will Baden-Württemberg den Verkauf der Geräte an normale Verbraucher verbieten lassen. Die grün-rote Landesregierung startet dazu eine Bundesratsinitiative. Die schwarz-rote Bundesregierung soll damit aufgefordert werden, sich für eine europarechtliche Regelung stark zu machen. "Bis es so weit ist, soll eine Verordnungsermächtigung auf nationaler Ebene die Möglichkeit schaffen, direkt gegen den Vertrieb gefährlicher Laserpointer vorzugehen", bestätigte Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) am Dienstag nach der Kabinettssitzung einen Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" vom selben Tag.

In den vergangenen Jahren habe es vermehrt Blendangriffe mit Lasern gegeben, erklärte Untersteller, "gegen Flugzeuge beim Landeanflug, gegen Lokführer und Busfahrer oder gegen Einzelpersonen, wie Polizisten im Einsatz oder Sportler im Wettkampf". Bei Kindern hätten Laserpointer beim Spielen zu schweren Augenverletzungen geführt. "Wir müssen versuchen, den Missbrauch von gefährlichen Lasern zu verhindern - auch dadurch, dass wir ihren Verkauf einschränken." Bislang gebe es nur rechtlich unverbindliche Regeln für die Einstufung der Gefährlichkeit von Lasern. Als gefährlich gelten dabei Geräte mit einer Leistung von mehr als einem Milliwatt. Laut der Deutschen Flugsicherung gab es im vergangenen Jahr 539 Blendangriffe auf Piloten, fünf mehr als im Jahr zuvor.

© dpa, Roland Weihrauch Lesen Sie auch: Ministerium hält Einstufung von Laserpointern als Waffen für problematisch

Die Behörden fänden aber immer wieder Laserpointer auf dem Markt, die deutlich leistungsstärker seien. Zudem seien viele auch noch falsch ausgezeichnet, kritisierte Untersteller. Das Kabinett beschloss am Dienstag, den baden-württembergischen Antrag in den Bundesrat einzubringen. Wann sich die Länderkammer damit beschäftigt und ob andere Bundesländer mitziehen, war zunächst offen.

Auch die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) setzt sich bereits seit längerem dafür ein, dass für Einfuhr von beziehungsweise Handel mit leistungsstarken Lasern strenge gesetzliche Auflagen geschaffen werden. Beispielsweise sollten Laser mit einer Leistung von über 500 Milliwatt unter das Waffengesetz fallen. Nach VC-Angaben hat ein Laser mit einer Stärke von über einem Watt eine Reichweite von mehr als 80 Kilometern. Schon das Mitführen derartiger Geräte ohne einen triftigen Grund sollte bestraft werden.

Von: dpa, airliners.de
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