Luftsicherheit: ADV-Präsident Schulte drängt auf Reformen

07.11.2018 - 17:30 0 Kommentare

ADV-Präsident Schulte mahnt die Politik, die Zusagen zu Reformen bei den Luftsicherheitskontrollen umzusetzen. Auch erteilt er der Begrenzungsidee von Lufthansa noch einmal eine Absage.

Fraport-Chef Stefan Schulte auf dem Weg zu einer Pressekonferenz. - © © dpa - Boris Roessler

Fraport-Chef Stefan Schulte auf dem Weg zu einer Pressekonferenz. © dpa /Boris Roessler

ADV-Präsident Stefan Schulte hat noch einmal unterstrichen, wie wichtig es ist, dass die Politik zeitnah die Luftsicherheitskontrollen verbessern will. "Die Grenzen des Systems sind nahezu erreicht", sagte der Chef des Frankfurter Airports laut Redemanuskript auf einer Veranstaltung des Flughafenverbands in Berlin. Die schwarz-rote Bundesregierung hatte vereinbart, dass der Staat bei den Kontrollen mehr "strukturelle Verantwortung und Anteile der Kosten übernehmen" soll.

Lange Wartezeiten an den Kontrollstrecken während der Ferienzeiten hätten noch einmal deutlich gemacht, "wie dringend Kapazitätssteigerungen und Prozessoptimierungen bei den Luftsicherheitskontrollen sind". "Eine Aufgabe der Politik muss auch die Neuregelung der Luftsicherheitskontrollen sein."

"Airports wollen Verantwortung übernehmen"

Hier seien die im Verband zusammengeschlossenen "großen Flughäfen" bereit, "Verantwortung von der Bundespolizei zu übernehmen". Die Kontrollen müssten effektiver, wirtschaftlich effizienter und passagierfreundlicher werden, und das "ohne Sicherheitsverlust".

Dass es an den Passagierkontrollen zu langen Schlangen kommen wird, zeichnete sich schon früh im Jahr ab. Entsprechend positiv gestimmt war die Branche, als die Regierungskoalition dieses Thema mit auf ihre Agenda nahm. Im Sommer sorgten die Kontrollen zusammen mit operativen Problemen der Airlines zu viel Unmut der Passagiere.

Spohr will "Zuverlässigkeit und Qualität"

Insgesamt haben sich die Pünktlichkeitswerte an den deutschen Flughäfen "signifikant verschlechtert", konstatiert Schulte. "In den ersten acht Monaten des Jahres waren nur noch zwei von drei Flügen pünktlich." Auch wenn der von den Flughäfen verursachte Verspätungsanteil bei unter zehn Prozent lag, "genügt dies nicht unserem Anspruch".

Ein zuverlässiger und pünktlicher Luftverkehr ist eine tragende Säule für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Stefan Schulte, ADV-Präsident

Im Nachgang wurden auf einem Spitzentreffen von Branchenvertretern und Politikern 24 Maßnahmen ausgearbeitet, die Performance aller am Luftverkehr beteiligter Parteien zu verbessern. "Die deutschen Flughäfen werden daher mit Entschlossenheit an die Umsetzung der ambitionierten Maßnahmen gehen", so Schulte. "Im Luftverkehr sollen wieder Zuverlässigkeit und Qualität gewährleistet sein."

Erneute Absage an Spohr

Allerdings gäbe es auch Tendenzen, die nicht zur Problemlösungen beitragen würden. "Markteintrittsbarrieren und die Einschränkung der Konnektivität sind keine nutzbringende Elemente, um die Performance zu steigern", sagte Schulte. Laut Beobachtern meint er dies als erneute Absage an die Idee von Lufthansa-Chef Carsten Spohr, die Slots an großen Airports zu begrenzen.

Dieser Forderung erteilte Schulte bereits vor dem Luftverkehrsgipfel eine Absage. Kurz danach beschloss Lufthansa, weitere Langstreckenmaschinen vom Flughafen Frankfurt abzuziehen und sagte, dass man das Wachstum am Main "drosseln" wolle.

© Leonard Niemann, Lesen Sie auch: Darum schiebt Lufthansa weitere Maschinen nach München

Von: cs
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