Luftraumsperrungen behindern Asien-Verkehr

28.02.2019 - 12:55 0 Kommentare

Lufthansa muss wegen des Kaschmir-Konflikts Flugrouten Richtung Asien ändern. Die Spannungen zwischen den Atommächten Indien und Pakistan stören auch bei anderen Airlines die Operations.

Flüge über Pakistan und Afghanistan werden vor allem über den Oman umgeleitet. - © © Flightradar -

Flüge über Pakistan und Afghanistan werden vor allem über den Oman umgeleitet. © Flightradar

Der militärisch eskalierende Konflikt um die Kaschmir zwischen Indien und Pakistan führt zu Störungen im Flugverkehr. Nachdem der Luftraum in der Konfliktregion nach einem vermutlichen Abschuss zweier indische Kampfjets geschlossen wurde, muss unter anderem Lufthansa einige Flugrouten von Europa in Richtung Asien umleiten.

Betroffen seien beispielsweise Flüge nach Indien, Singapur und Thailand, sagte ein Sprecher. Dabei gehe es neben der Lufthansa selbst auch um Austrian und Swiss. Man plane nun auf allen betroffenen Verbindungen mit mehr Treibstoff. Zum Teil würden Flüge auch für einen Tankstopp zwischenlanden, beispielsweise im Oman. Insgesamt erwarte man aber nur geringe Auswirkungen.

Nach Angaben von Eurocontrol sind von der Sperrung des pakistanischen Luftraums täglich etwa 400 Flüge verschiedener Airlines betroffen, die nun vor allem weiter südwestlich über die Kontrollzone "Muscat" über den Oman umgeleitet werden.

Thai streicht Europa-Flüge

Aufgrund der Sperrung stornierte etwa Thai Airways alle Flüge von Bangkok nach Europa am späten Mittwochabend und frühen Donnerstagmorgen. Air India teilte mit, alle Flüge nach Europa und in die USA würden mit Zwischenlandungen über Dubai und Schardschah in den Vereinigten Arabischen Emiraten umgeleitet. Am Mittwoch waren zwischenzeitlich mehrere Flughäfen in Nordindien geschlossen worden.

Nachdem Indiens Luftwaffe in der Nacht zum Dienstag zum ersten Mal seit 1971 einen Angriff auf pakistanischem Gebiet geflogen hatte, schoss Pakistan nach eigenen Angaben am Mittwoch zwei indische Kampfflugzeuge ab. Ein indischer Pilot sei festgesetzt worden.

Nach indischer Darstellung hatte der Angriff der pakistanischen Luftwaffe militärischen Einrichtungen auf indischem Gebiet gegolten. Indien habe ihn abgewehrt und einen Jet aus Pakistan abgeschossen. Dabei habe Indien einen Abfangjäger verloren.

Kaschmir-Konflikt schwelt schon lange

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) rief beide Seiten zur Besonnenheit auf. "Wir hoffen, dass das nicht zu einer Eskalation führt", sagte er während seines Mali-Besuchs in Gao. Maas rief zudem Pakistan auf, konsequent gegen terroristische Organisationen vorzugehen. Zahlreiche weitere Länder äußerten sich ähnlich.

Seit der Unabhängigkeit des früheren Britisch-Indien und seiner Spaltung in Indien und Pakistan im Jahr 1947 beanspruchen die beiden Länder das Himalaya-Tal Kaschmir für sich. Sie kontrollieren jeweils einen Teil und haben bereits zwei Kriege um das Gebiet geführt. Im indischen Teil - dessen Bevölkerung im Gegensatz zum Rest des mehrheitlich hinduistischen Landes überwiegend muslimisch ist - gibt es seit Ende der 1980er Jahre immer wieder Gewalt zwischen Separatisten und Sicherheitskräften. Indien wirft dem pakistanischen Militärgeheimdienst ISI vor, islamistische Terroristen im indischen Teil Kaschmirs zu unterstützen. Pakistan bestreitet dies.

Von: dh mit dpa
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