Interne Umfrage Lufthanseaten unzufrieden mit ihren Chefs

17.12.2012 - 17:38 0 Kommentare

Das Sparprogramm bei der Lufthansa zerrt an den Nerven der Lufthanseaten. In einer internen Umfrage gaben sie ihren Chefs schlechte Schulnoten. Der Sparkurs wird dennoch fortgesetzt.

Christoph Franz - © © dpa - Wolfgang Krumm

Christoph Franz © dpa /Wolfgang Krumm

Die Angestellten der Lufthansa sind unzufrieden mit ihren Chefs. Das Management um den zu Jahresbeginn 2011 eingesetzten Vorstandsvorsitzenden Christoph Franz erhielt bei einer anonymisierten Mitarbeiterbefragung nur eine Schulnote von 3,63 (ausreichend) auf einer Skala von 1 bis 5, wie die Mitarbeiterzeitschrift «Lufthanseat» am Montag berichtete. Der Wert hat sich im Vergleich zur vorhergehenden Umfrage im Vorjahr um eine glatte Note verschlechtert.

Auch das Vertrauen in die strategischen Entscheidungen der Führung ist stark geschwunden (Note: 3,31). Leicht verbessert haben sich hingegen die Zufriedenheitswerte für die Arbeitszeitregelung und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Die Antworten von rund 60 Prozent der Gesamtbelegschaft stammen aus der Zeit zwischen dem 27. August und 5. Oktober, in der unter anderem der erste Streik der Flugbegleiter in der Unternehmensgeschichte stattfand.

Lufthansa führt die schlechten Umfragewerte auf die Auseinandersetzungen um das Sparprogramm «Score» zurück, mit dem das jährliche Ergebnis um 1,5 Milliarden Euro verbessert werden soll. «Wir müssen sparen, schlanker und effizienter werden. Das hört niemand gerne», interpretiert Personal-Manager Matthias Borchers die Ergebnisse. «Die Sender dieser Botschaft werden deshalb massiv von den Mitarbeitern kritisiert.» Franz hatte das Programm vor einem Jahr ebenfalls zu Weihnachten angekündigt und seitdem zahlreiche Einzelschritte in Gang gesetzt.

Das Lufthansa-Management hat mit einem umfassenden internen Dialog auf die schlechte Stimmung reagiert, hält aber grundsätzlich am Sparprogramm fest. In der aktuellen Weihnachtsbotschaft an die Mitarbeiter heißt es daher: «Wir wollen und können ihnen nicht versprechen, dass die bereits initiierten oder umgesetzten Maßnahmen ausreichend sind, und das bedeutet auch, den Mut aufzubringen, wo notwendig, kritisch nachzuarbeiten.» Dafür setze man auf die Unterstützung der «besten Mitarbeiter der Branche».

Von: dpa
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