Lufthansa steigert Zusatzgeschäfte um 23 Prozent

02.08.2018 - 12:54 0 Kommentare

Die Lufthansa Group hat 2017 mit Extras deutlich mehr Umsätze gemacht. Bei einigen großen Airlines sind die Zusatzgeschäfte dagegen zurückgegangen, zeigt eine Analyse - sogar bei Easyjet.

Bordverkauf auf einem Lufthansa-Flug. - © © Lufthansa -

Bordverkauf auf einem Lufthansa-Flug. © Lufthansa

Die Lufthansa Group hat im vergangenen Jahr ihre Zusatzgeschäfte mit den Passagieren überproportional ausgebaut. Der Umsatz damit belief sich auf fast 1,7 Milliarden Euro, 23 Prozent mehr als 2016. Das geht aus der jährlichen Erhebung der Beratungsgesellschaft Idea Works zum Thema "Ancillary Revenue" hervor.

Bei den Airlines des Kranich-Konzerns machen die Ancillaries demnach mittlerweile über sieben Prozent vom Gesamtumsatz aus, einen halben Prozentpunkt mehr als im Vorjahr. Pro Passagier werden im Durchschnitt 12,81 Euro zusätzlich zum Ticket-Erlös erzielt.

© Fraport, Fredrik von Erichsen Lesen Sie auch: Europas Airlines sind Spitzenreiter bei Zusatzgebühren

Die Lufthansa Group gehört damit weiterhin zu den Top-Ten der Airlines mit dem stärksten Zusatzgeschäft. Innerhalb der Spitzengruppe entwickeln sich nicht alle Unternehmen positiv: Die Nummer eins United Airlines etwa hat im Vorjahresvergleich weniger Zusatzgeschäft erzielt, ebenso Air France/KLM.

Die Top-Ten-Airlines nach Zusatzumsätzen

2017* 2016* Veränderung
United Airlines 4,92 5,32 -7,6%
Delta Air Lines 4,61 4,43 +4,2%
American Airlines 4,51 4,19 +7,6%
Southwest Airlines 2,64 2,42 +7,6%
Ryanair 1,97 1,70 +16,3%
Air France/KLM 1,69 1,80 -6,2%
Lufthansa Group 1,67 1,35 +23,3%
Alaska Airlines 1,15 0,91 +25,9%
Air Canada 1,14 1,01 +13,7%
Easyjet 1,10 1,16 -5,2%
* = Angaben in Milliarden Euro | Quelle: Idea Works auf Grundlage von Geschäftsberichten und Schätzungen

Selbst ein Billigflieger wie Easyjet verzeichnete rückläufige Zusatzeinnahmen. Die Analyse von Idea Works erklärt das mit einer geänderten Strategie: Der Low-Cost-Carrier versuche verstärkt hochpreisige Flüge an Geschäftsreisende zu verkaufen statt Billigangebote mit aggressiver Vermarktung von Extras aufzubessern.

Ryanair gelang dagegen eine Steigerung um 16 Prozent. Bei den Iren machen die Ancillaries 28 Prozent am Gesamtumsatz aus. Einige andere Billigflieger erreichen noch deutlich mehr: Spitzenreiter ist Spirit Airlines in den USA mit über 46 Prozent, Wizz Air kommt auf 41,6 Prozent.

70 Milliarden Euro mit Extras

Die Analyse von Idea Works berücksichtigt neben Gebühren für Gepäck und Sitzplätze sowie Bordverkäufen auch Provisionen für den Verkauf von Reiseleistungen, Werbeeinkünfte und Vielfliegerprogramme. Die Umsätze mit Miles & More machen bei der Lufthansa Group allein 43 Prozent der Ancillary-Umsätze aus.

Das Gesamtgeschäft mit Airline-Extras veranschlagt Idea Works für 2017 auf mehr als 70 Milliarden Euro - 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Genauere Zahlen bekommt das Unternehmen in der Regel nur für zwei Drittel der Umsätze. Im Detail gibt es Zahlen von 72 Fluggesellschaften, die im September vorgelegt werden sollen.

Von: pra
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