Lufthansa zieht beim Bodenpersonal die Kostenschraube weiter an

01.07.2014 - 08:18 0 Kommentare

Die Lufthansa setzt ihren Sparkurs weiter fort. In den kommenden Monaten sollen die Bodendienste der acht dezentralen Stationen in Deutschland an ausgegründete Gesellschaften übertragen werden.

Ein Passagier geht im Flughafen München an geschlossenen Schaltern der Lufthansa vorbei. - © © dpa - Tobias Hase

Ein Passagier geht im Flughafen München an geschlossenen Schaltern der Lufthansa vorbei. © dpa /Tobias Hase

Die Lufthansa zieht sich in den nächsten Monaten an Flughäfen abseits der Drehkreuze Frankfurt und München komplett von der Eigenabfertigung zurück. Die Aufgaben an den dezentralen Standorten sollen dann von bis zu acht noch zu gründenden Gesellschaften übernommen werden.

Den Auftakt machen bereits im zweiten Halbjahr die Stationen Berlin, Hamburg, Stuttgart und Düsseldorf, erläuterte Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber auf Nachfrage von airliners.de. Im kommenden Jahr sollen dann Köln, Bremen, Hannover und Nürnberg folgen. Die neuen Unternehmen werden als GmbHs zu Tochterfirmen der "Lufthansa Commercial Holding".

Insgesamt sind laut Lufthansa rund 1400 Mitarbeiter von den Auslagerungsplänen betroffen. Die Mitarbeiter hätten die Möglichkeit, entweder in einer der neuen Gesellschaften weiterzuarbeiten oder sie bekämen einen Job an den Hub-Standorten Frankfurt oder München angeboten, so Weber.

In den neuen GmbHs gelten den Angaben nach für die übernommenen Mitarbeiter zunächst weiter die Tarifvereinbarungen der Lufthansa. Anders sehe es bei Neueinstellungen aus. Mit der Ausgliederung will der Kranich-Konzern im Rahmen seines aktuellen Sparkurses die Kosten weiter senken. Diese würden derzeit weit über dem Marktniveau liegen.

Gewerkschaften laufen Sturm gegen die Pläne

Gegen die Outsourcing-Pläne an den dezentralen Lufthansa-Stationen in Deutschland hatte sich bereits bei Bekanntwerden Kritik geregt. So hatte im Herbst vergangenen Jahres die noch recht junge Lufthansa-Arbeitnehmergewerkschaft im Luftverkehr (Agil) erklärt, dass es mit ihr keinen Billigtarifvertrag für neue Tochtergesellschaften, der den Bestandschutz und den Arbeitsplatz der Lufthanseaten aushebelt, geben werde.

Auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte im Mai Widerstand angekündigt. Nach Einschätzung von Verdi ziele das Vorhaben darauf ab, "die Einkommen- und Arbeitsbedingungen der Lufthanseaten massiv zu senken oder die Stationen mittelfristig zu schließen und die Arbeit an bereits vorhandene Anbieter abzugeben".

© dpa, Federico Gambarini Lesen Sie auch: Lufthansa schickt Bodenpersonal in harten Wettbewerb

Mit den Plänen für die Bodenstationen setzt Deutschlands größte Fluggesellschaft ihren derzeitigen Sparkurs weiter fort. Erst in diesen Tagen hatte sie sich vom eigenen Bodenpersonal in Paris verabschiedet und setzt dort nun auf einen Handling-Partner.

Zudem soll die Abteilung Infrastruktur der Tochter Lufthansa Systems aus Kostengründen an einen internationalen IT-Konzern verkauft werden. Die Arbeitnehmer sehen weltweit rund 1500 Jobs in Gefahr, davon rund 1000 in Deutschland. In der kommenden Woche will der neue Lufthansa-Chef Carsten Spohr in einer Grundsatzrede die weitere Strategie der Lufthansa aufzeigen.

Von: airliners.de
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