Fünf Prozent weniger Kunden, 20 Prozent geringere Erträge

Lufthansa vor Stellenabbau

20.09.2009 - 20:47 0 Kommentare

Lufthansa will nach "Handelsblatt"-Informationen bis zum Jahr 2012 rund 15 Prozent der Arbeitsplätze im Zentralbereich streichen. In einem Interview mit der "Wirtschaftswoche" hofft Lufthansa-Vorstand Stefan Lauer derweil auf "andere Lösungen" mit den Sozialpartnern.

Flugzeuge der Lufthansa - © © Lufthansa -

Flugzeuge der Lufthansa © Lufthansa

Die Lufthansa will auf ihrem Sparkurs möglichst ohne Entlassungen auskommen. «Wir sollten Entlassungen vermeiden, wenn es bessere Möglichkeiten gibt, kostengünstiger und produktiver zu werden», sagte Lufthansa-Vorstand Stefan Lauer der «Wirtschaftswoche». Man habe mit den Sozialpartnern immer andere Lösungen gefunden. «Das gelingt hoffentlich auch diesmal», sagte Lauer.

Zeitgleich berichtete das «Handelsblatt» (Montagausgabe), dass die Lufthansa im Zentralbereich rund 15 Prozent der Stellen streichen will. Wie das Blatt unter Berufung auf eine ihr vorliegende interne Management-Information berichtet, soll der Abbau sozialverträglich umgesetzt werden, etwa durch natürliche Fluktuation.

Wieviele Stellen genau betroffen sein werden, konnte ein Lufthansa-Sprecher nicht präzisieren. Jährlich sollen aber bis 2012 fünf Prozent der sogenannten "Beschäftigungsjahre" gekürzt werden, hieß es. Ein Beschäftigungsjahr ist eine interne Lufthansa-Messgröße und entspricht einer Vollzeitstelle auf ein Jahr gerechnet.

"Fünf Prozent weniger Kunden und rund 20 Prozent geringere Erträge"

Lufthansa kämpft wie die meisten Fluglinien weltweit zur Zeit mit rückläufigen Passagierzahlen. Auch wenn die Airline den drastischen Buchungsrückgang in der First- und Business-Class als gestoppt ansieht, fehlen die für den Ertrag wichtigen Geschäftskunden weiterhin. Die Lufthansa verzeichne derzeit fünf Prozent weniger Kunden und rund 20 Prozent geringere Erträge, präzisierte Lauer in dem Interview mit der der "Wirtschaftswoche".

Die Fluggesellschaft erwarte vor allem für das Langstreckengeschäft, dass nach der Krise die Kunden wiederkommen. In Europa stelle sich die Lufthansa auf stärkere Veränderungen ein: «Auch Geschäftskunden wechseln heute die Fluglinie, wenn sie pro Flug einige Euro sparen können.»

Lauer verteidigte in dem Interview auch die als zu teuer kritisierte Übernahme von Austrian Airlines. «Wenn sich der Erwerb nicht lohnen würde, hätten wir ihn nicht gemacht.» Gleichzeitig kündigte er jedoch einen härteren Sparkurs bei der österreichischen Fluglinie an. Austrian werde «die Kosten weiter reduzieren müssen als zunächst geplant». Bis Lufthansa mit der neuen Tochterfirma Geld verdiene, werde «es noch einige Zeit dauern».

Durch das Lufthansa-Sparprogramm »Climb 2011« sollen in der Passagiersparte bis 2011 eine Milliarde Euro gespart werden. Neben dem Personalabbau sollen einzelne Unternehmensteile gleichzeitig gut 20 Prozent der Sachkosten kürzen. Zudem werden die Gehälter aller Führungskräfte für die Jahre 2009 und 2010 eingefroren.

Von: AFP, ddp, dpa
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