Schlichtung

Lufthansa verzichtet auf Leiharbeit in Kabine

07.09.2012 - 18:59 0 Kommentare

Die Lufthansa will auf den umstrittenen Einsatz von Leiharbeitern als Flugbegleiter in Berlin verzichten. Nach einem Tag voller Streikchaos einigten sich Flugbegleiter und Airline am Abend auf eine Schlichtung. Weitere Streiks sind damit zunächst vom Tisch.

Kabinenservice bei Lufthansa - © © Lufthansa -

Kabinenservice bei Lufthansa © Lufthansa

Die Lufthansa und die Gewerkschaft der Flugbegleiter (UFO) haben eine Schlichtung vereinbart. Die Streiks werden ausgesetzt, sagte Gewerkschaftschef Nicoley Baublies am Freitagabend in Frankfurt.

Im Schlichtungsverfahren gehe es nun nach Angaben von UFO in erster Linie um die Vergütungsfragen. Die Ankündigung der Lufthansa, künftig keine Leih-Stewardessen mehr auf ihren Berlin-Verbindungen einzusetzen, sei ein «wichtiges Signal» gewesen. «Damit ist die Ufo sehr zufrieden», sagte Baublies. Es sei der Gewerkschaft immer um ein Gesamtpaket gegangen.

Am späten Freitsgnachmittag hatte Lufthansa angekündigt, auf den umstrittenen Einsatz von Leiharbeitern als Flugbegleiter in Berlin zu verzichten. "Lufthansa verzichtet einseitig, auf absehbare Zeit und ohne weitere Vorbedingungen auf den Einsatz von externen Kabinencrews in Berlin", erklärte Vorstandschef Christoph Franz am Freitag in Frankfurt am Main. Die bei Lufthansa eingesetzten Flugbegleiter der Leiharbeitsfirma Aviation Power "erhalten im kommenden Jahr ein Angebot zur Festanstellung bei der Lufthansa-Gruppe", teilte das Unternehmen weiter mit.

Der Einsatz von Leiharbeitern in der Bundeshauptstadt galt bisher als einer der Haupt-Streitpunkte in der Tarifauseinandersetzung zwischen der Lufthansa und der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO. In Berlin beschäftigt das Unternehmen derzeit neben rund 200 eigenen Flugbegleitern rund 180 Leiharbeiter. Zum Winterflugplan hätten es ursprünglich noch mehr werden sollen. Die Lufthansa wollte damit auf den von Billig-Airlines geprägten Berliner Markt reagieren.

Mit dem Verzicht auf Leiharbeit in der Kabine "gehen wir einen großen Schritt auf unseren Tarifpartner zu", erklärte Franz weiter. Er hoffe nun auf konstruktive Gespräche mit UFO. Die Gewerkschaft hatte um Mitternacht einen eintägigen flächendeckenden Streik der Lufthansa-Flugbegleiter begonnen. Für Freitag hatte Lufthansa daher die Hälfte aller geplanten 1.800 Flüge abgesagt.

Schon vorher hatten sich UFO und Lufthansa angenähert. «Wir sind hier nicht angetreten, um irgendwelche Privilegien durchzuprügeln. Wir sind bereit, Kompromisse zu machen. Es dürfen nur keine faulen Kompromisse sein», sagte Ufo-Chef Nicoley Baublies im ZDF. Für die kommenden Tage schloss der Gewerkschafter weitere Streiks nach den drei bisherigen Wellen aus.

Die Lufthansa bestätigte eine anvisierte Schlichtung zunächst nicht. Es gebe «zarte Kontakte» mit der Gewerkschaft Ufo, sagte Lufthansa-Sprecher Klaus Walther. Über den Inhalt der Gespräche habe man Stillschweigen vereinbart. Die in Medien genannten Schlichter-Kandidaten kommentierte Walther nicht. Ins Spiel gebracht wurden der frühere SPD-Chefs Franz Müntefering, der Hamburger Ex-Bürgermeister Henning Voscherau und der frühere Verfassungsgerichtspräsident Hans-Jürgen Papier.

Von: dpa, AFP
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