Kosten- und Preisdruck sorgen für schwaches Lufthansa-Quartal

16.04.2019 - 08:08 0 Kommentare

Lufthansa hat im ersten Quartal deutliche Verluste erwirtschaftet. Dafür sollen vor allem hohe Treibstoffkosten und Überkapazitäten verantwortlich sein. Für den Sommer gibt sich der Konzern jedoch zuversichtlich.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr (li.) und Finanzvostand Ulrik Svensson - © © dpa - Bildfunk -

Lufthansa-Chef Carsten Spohr (li.) und Finanzvostand Ulrik Svensson © dpa - Bildfunk

Die Fluggesellschaft Lufthansa hat im ersten Quartal einen deutlichen Verlust verbucht. Unter dem Strich stand ein Minus von 336 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Montagabend mitteilte.

Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch 52 Millionen Euro Gewinn gemacht. Ausschlaggebend für die hohen Verluste waren nach Angaben von Lufthansa unter anderem die hohen Treibstoffpreise, die um 202 Millionen Euro gestiegen seien. Zudem hätten marktweite Überkapazitäten in Europa zu einem hohen Preisdruck geführt.

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Gleichzeitig sei das erste Quartal 2018 noch vom Kapazitätsrückgang nach dem Marktaustritt von Air Berlin geprägt gewesen und bilde daher einen starken Vergleichswert.

Eurowings größter Verlustbringer

Die Netzwerkairlines haben im ersten Quartal 2019 ein Ergebnis von -160 Millionen Euro (Vorjahr: 128 Millionen Euro) erzielt. Bei Eurowings ist das Ergebnis auf –257 Millionen Euro zurückgegangen (Vorjahr: -212 Millionen Euro). Auch bei Lufthansa Cargo gab es einen Rückgang. Positiv hat sich das Ergebnis von Lufthansa Technik entwickelt: Von 107 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 125 Millionen Euro Gewinn vor Steuern.

Der Umsatz des Konzerns erhöhte sich der Mitteilung zufolge im ersten Quartal um drei Prozent auf 7,9 Milliarden Euro. Die Prognose für das Gesamtjahr bleibe unverändert, erklärte die Fluggesellschaft.

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"Wir sehen für das kommende Quartal eine gute Buchungslage", sagte Lufthansa-Finanzvorstand Ulrik Svensson. Man habe das eigene Wachstum deutlich reduziert. Da sich das Wachstum im europäischen Luftverkehr auch insgesamt reduzieren werde, sei mit einem Anstieg der Stückerlöse zu rechnen, wozu vor allem auch die gute Nachfrage auf Langstreckenflügen nach Asien und Nordamerika beitrage.

Börse reagiert mit klarem Kurs-Verlust

Lufthansa hatte bereits bei der Vorstellung des Jahresergebnisses 2018 angekündigt, dass aufgrund von Überkapazitäten in Europa, des starken Vorjahresquartals und gestiegener Treibstoffkosten mit einem schwächeren Ergebnis für das erste Quartal 2019 zu rechnen sei.

An der Börse kamen die Neuigkeiten dennoch schlecht an. Nach Handelsstart in Frankfurt sackte der Kurs der Lufthansa-Aktie am Dienstag um gut 4 Prozent ab und konnte das Minus dann auf 2,7 Prozent eindämmen.

Der operative Quartalsverlust sei noch höher ausgefallen, als selbst die größten Pessimisten unter den Experten erwartet hätten, schrieb Analyst Michael Kuhn von der französischen Bank Societe Generale.

Von: dk mit afp
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