Unsichere Spätstarts

Lufthansa verlegt FRA-Flug nach München

04.07.2012 - 14:54 0 Kommentare

Lufthansa zieht zum Winterflugplan einen Langstreckenflug von Frankfurt ab und bietet ihn stattdessen ab München an. Passagevorstand Kay Kratky begründete den Schritt mit dem strikten Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen.

Lufthansa A340-300 in Star-Alliance-Lackierung - © © AirTeamImages.com - Yochai

Lufthansa A340-300 in Star-Alliance-Lackierung © AirTeamImages.com /Yochai

Wegen der Unsicherheiten bei Spätstarts am Frankfurter Flughafen verlegt die Lufthansa einen ersten Interkontinentalflug. Mit dem Winterflugplan ab Ende Oktober werde die Saisonverbindung nach Kapstadt in Südafrika von München aus geflogen, kündigte Vorstand Kay Kratky von Lufthansa Passage am Dienstagabend im Frankfurter Luftfahrtpresseclub an.

Die Route München-Kapstadt wird ab 28. Oktober fünfmal wöchentlich mit einem Airbus A340-300 bedient. Die Maschine startet täglich außer montags und donnerstags um 22.00 Uhr in München und landet am nächsten Tag um 10.35 Uhr in Kapstadt. Der Rückflug verlässt Südafrika dann um 19.00 Uhr und erreicht München am darauffolgenden Tag um 5.35 Uhr. Die Flugzeit auf der rund 9.200 Kilometer langen Strecke beträgt pro Richtung etwa elf Stunden und 35 Minuten.

Seit Einführung des Nachtflugverbots im Oktober vergangenen Jahres darf in Frankfurt nach 23.00 Uhr nur noch nach strengen Kriterien mit Ausnahmegenehmigungen gestartet werden. Laut Flughafenbetreiber Fraport ist seitdem knapp 120 startklaren Jets der Start verweigert worden, so dass rund 14.000 Passagiere die Nacht in Frankfurter Hotels oder sogar im Terminal verbringen mussten. Auf die Lufthansa entfielen mehr als 10.000 gestrandete Passagiere.

Kratky stimmte den Forderungen von Flughafenchef Stefan Schulte zu, der flexiblere Regelungen an der Nachtgrenze verlangt hatte. Die Verlegung des Kapstadt-Fliegers diene dazu, die Randstunden zu entlasten. Derzeit schicke man die Passagiere abends häufig ins Ungewisse. «Wir können dieses Risiko nicht weiter eingehen.» Mit der weltweit für Großflughäfen beispiellos strikten Nachtflugregelung habe Frankfurt «elementare Probleme», sagte Kratky. «Wenn es uns nicht gelingt, mit Politik und Luftaufsicht zu einer vernünftigen Lösung zu kommen, wird das ein Austrocknen des Frankfurter Flughafens in den Randstunden zwangsläufig nach sich ziehen.»

Mit der neuen Landebahn sei die Umsteigequalität und Pünktlichkeit des Drehkreuzes schlagartig gesteigert worden und könne nun im internationalen Wettbewerb sehr gut mithalten, erklärte der Luftfahrtmanager. «Das ist genial geworden mit der neuen Bahn.» Der größte deutsche Flughafen hatte vor Eröffnung der neuen Bahn jahrelang an der Kapazitätsgrenze gearbeitet. Er habe sich manchmal gewundert, dass damals überhaupt noch jemand über Frankfurt geflogen ist, meinte Kratky.

Von: dpa, airliners.de
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