Lufthansa und Vereinigung Cockpit verhandeln wieder

17.09.2015 - 15:22 0 Kommentare

Pilotenvereinigung Cockpit und Vertreter der Lufthansa haben sich zu neuen Verhandlungen im festgefahrenen Tarifstreit getroffen. Nach den richterlich untersagten Pilotenstreiks geht es offiziell nun nicht mehr um die neue Eurowings.

Markus Wahl ist Sprecher der Vereinigung Cockpit. - © © dpa - Frank Rumpenhorst

Markus Wahl ist Sprecher der Vereinigung Cockpit. © dpa /Frank Rumpenhorst

Nach dem gerichtlich gestoppten Streik der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) bei der Lufthansa verhandeln beide Seiten wieder. Nach einem Treffen wurden am Donnerstag weitere Gespräche vereinbart.

Es sei verabredet worden, "kurzfristig weitere Termine" zu vereinbaren, teilte ein Lufthansa-Sprecher mit. Man sei sich auch einig, zu diesen Gesprächen gegebenfalls einen "externen Moderator" hinzuzuziehen.

Cockpit wolle "in einem Jahr mit einem prognostizierten Rekordergebnis" schnellstmöglich zu tragfähigen Ergebnissen kommen, hatte die Gewerkschaft im Vorfeld mitgeteilt. Lufthansa-Chef Spohr hatte sich am Mittwoch nach einer Sitzung des Lufthansa-Aufsichtsrats vorsichtig zu den wieder anstehenden Tarifverhandlungen geäußert: "Der Ausgang ist offen."

Die VC bekräftigte ihre Forderung nach Verbesserungen bei den Übergangsrenten für die rund 5400 Piloten innerhalb des Konzerntarifvertrags. Sprecher Markus Wahl wies aber Vorwürfe zurück, man habe nach dem abgebrochenen 13. Streik noch draufgesattelt.

Die Lufthansa spart aktuell an allen Fronten. So verschlankt sie zum Jahreswechsel ihre Führungsstruktur und verspricht sich davon einen Gewinnbeitrag von einer halben Milliarde Euro. Mit dem Wegfall einer Managementebene wird die Zahl der Führungspositionen um 15 Prozent reduziert.

Festgefahrener Konflikt

Der festgefahrene Konflikt zwischen Gewerkschaft und Airline führte in den vergangenen Monaten zu diversen Streiks. Hintergrund ist unter anderem ein Streit um die Übergangsversorgung der Piloten bis zum Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters. Zu diesem Thema sowie zu weiteren offenen en Tariffragen gab es zuletzt sogar schon Annäherungen. Im Juli war dann aber eine Schlichtung gescheitert.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Lufthansa verlangt von Piloten Schadenersatz in Millionenhöhe

Zum anderen gibt es aber auch Auseinandersetzungen um das Sparkonzept rund um die neue Eurowings. Dieses sieht vor, dass die Lufthansa im Kampf gegen Wettbewerber im dezentralen Lowcost-Verkehr Strecken an die konzerneigene und in Wien ansässige Eurowings auslagert. Das Personal soll dort nicht nach Lufthansa-Tarif bezahlt werden.

Streiks zu diesem Thema hatte das hessische Landesarbeitsgericht den Lufthansa-Piloten allerdings untersagt. Nach Auffassung der Richter war der letzte Streik rechtswidrig, weil die Gewerkschaft damit auch für Mitbestimmung bei der Ausgestaltung des Sparkonzepts "Wings" kämpfen wollte. Das sei keine tariflich regelbare Zielsetzung.

Alle Meldungen zum Lufthansa-Pilotenstreik.

Von: dh mit AFP
Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Newsletter.

Anzeige schalten »
  • Passagiere steigen in eine Ryanair-Maschine. Ryanair nennt Piloten-Einstellungszahlen

    Ryanair hat in diesem Jahr bislang rund 1100 Piloten eingestellt. Allein am vergangenen Donnerstag waren es nach eigenen Angaben fast 40. Der irische Low-Cost-Carrier hat aufgrund einer Urlaubsregelung aktuell Probleme bei den Operations – auch haben sich ihre Cockpitcrews nun mit der Gewerkschaft VC zusammengetan.

    Vom 20.11.2017

Themen

Es gelten die Forenregeln und Nutzungsbedingungen » mit Unterstützung durch Disqus