Lufthansa und Vereinigung Cockpit einigen sich auf Tarifvertrag

10.10.2017 - 17:47 0 Kommentare

Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Cockpit haben nach jahrelangen Auseinandersetzungen und 14 Streikrunden neue Tarifverträge ausgehandelt. Jetzt fehlt nur noch die Zustimmung der Gewerkschaftsmitglieder.

Zwei Piloten sitzen auf dem Flughafen in Hamburg im Cockpit eines Lufthansa-Airbus A380.  - © © dpa - Daniel Reinhardt

Zwei Piloten sitzen auf dem Flughafen in Hamburg im Cockpit eines Lufthansa-Airbus A380. © dpa /Daniel Reinhardt

Lufthansa und die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit haben sich nach jahrelangen Auseinandersetzungen und 14 Streikrunden auf neue Tarifverträge geeinigt. Das teilten beide Seiten am Dienstag in Frankfurt mit.

Eckpunkte waren bereits im Frühjahr vereinbart worden. Nach der Vereinbarung sollen die rund 5400 Flugzeugführer der Kernmarke Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings im Schnitt mit 60 und damit zwei Jahre später als bislang in den Vorruhestand wechseln können und müssen künftig selbst das Zinsrisiko ihrer Betriebsrenten tragen. Zudem wurden Gehaltssteigerungen von insgesamt 10,3 Prozent bis zum Juni 2022, eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern sowie mehr als 700 Neueinstellungen zu den Bedingungen des Konzerntarifvertrags (KTV) vereinbart.

Lufthansa hat sich verpflichtet, bis Ende 2022 mindestens 325 Flugzeuge mit KTV-Piloten zu besetzen. Diese sind tariflich besser gestellt als ihre Kollegen bei anderen Gesellschaften des Lufthansa-Konzerns.

Die Einstiegs- und möglichen Endvergütungen für die Piloten orientierten sich am vorherigen Niveau, berichtete die Lufthansa. Insgesamt sollen die Personalkosten im Cockpit aber um 15 Prozent sinken. Allein die Umstellung der Pensionszahlungen entlaste den Konzern um einen hohen dreistelligen Millionenbetrag.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Tarifeinigung mit Lufthansa-Piloten auf der Zielgeraden

Die Einigung steht noch unter dem Vorbehalt, dass die VC-Mitglieder in einer erneuten Urabstimmung zustimmen müssen. Dies soll bis Mitte Dezember abgeschlossen sein.

Nebenschauplatz Eurowings belastet

Auch wenn der Konzern-Tarifvertrag nichts mit der Übernahme von Air-Berlin-Cockpitpersonal bei Eurowings zu tun hat, brodelt an dieser Stelle neuer Streit zwischen den Parteien. So hatte der Lufthansa Konzern mitgeteilt, die Piloten in Österreich anzustellen und von Deutschland aus einzusetzen.

© dpa, Oliver Berg Lesen Sie auch: Air-Berlin-Mitarbeiter bei Eurowings: In die (Tarif-) Flucht geschlagen Aviation Management

Hintergrund für die Verschiebung nach Österreich ist eine ungekündigte Tarifvereinbarung der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, der zufolge die Düsseldorfer Eurowings-Tochter nur maximal 23 Mittelstreckenjets betreiben darf. Damit wollte die Pilotengewerkschaft Cockpit (VC) die deutschen Arbeitsplätze der Piloten bei der Lufthansa-Kerngesellschaft schützen. Nun fühlt sie sich hintergangen.

Von: dh mit dpa
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