Schlichterspruch angenommen

Lufthansa und VC erzielen Einigung

25.06.2010 - 14:31 0 Kommentare

Lufthansa und die Vereinigung Cockpit haben ihren Tarifstreit beigelegt. Die Fluggesellschaft und die Pilotengewerkschaft haben den Schlichterspruch angenommen, wie am Donnerstagabend bekannt wurde.

Im Cockpit eines Lufthansa-A320 - © © Lufthansa -

Im Cockpit eines Lufthansa-A320 © Lufthansa

Die Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit haben sich am Donnerstagabend nach monatelangem Ringen auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Beide Seiten hätten die Schlichtungsempfehlung des früheren Hamburger Bürgermeisters Klaus von Dohnanyi akzeptiert, teilten Lufthansa-Sprecher Andreas Barthels und Gewerkschafts-Sprecher Jörg Handwerg mit. Reisende müssen sich damit nicht mehr fürchten, dass neuerliche Pilotenstreiks mitten in der Feriensaison den Verkehr der Lufthansa lahmlegen.

Nach Angaben der Gewerkschaft sieht der Kompromiss eine Nullrunde bis einschließlich März 2011 vor. Zudem seien die «Interessen der Piloten hinsichtlich der Vermeidung von Arbeitsplatz-Auslagerungen ins Ausland» berücksichtigt worden, hieß es in einer Mitteilung.

Die Lufthansa ihrerseits erklärte, der Tarifabschluss bringe eine spürbare Kostenentlastung. Das gelte besonders für den Verkehr zwischen kleineren Flughäfen außerhalb der Drehkreuze. Konkrete Zahlen nannte das Unternehmen nicht. Zudem seien seit Jahren strittige Fragen zum Konzerntarifvertrag gelöst worden.

Die Einigung bezieht sich auch auf die Frage, inwieweit kleinere Maschinen bei Lufthansa-Regionaltöchtern eingesetzt werden können, die nicht nach dem Konzerntarif bezahlen. Hier wurde die 70-Sitzer-Regelung von einer neuen 95-Sitzer-Regelung abgelöst, sodass auch etwas größere Maschinen bei den Regionaltöchtern eingesetzt werden können, wie Lufthansa weiter mitteilte.

Zudem einigten sich beide Seiten, dass künftig mehr als ein Fünftel der Konzernflotte bei den Regionaltöchtern fliegen darf. Dabei muss es sich nur um die kleinsten Maschinen der Flotte handeln, egal wie viele Sitze sie haben.

Für Strecken zwischen Deutschland und der Schweiz oder Österreich, wo die Lufthansa Töchter wie Swiss und AUA hat, gibt es eine Quote, nach der Lufthansa-Piloten mindestens im Einsatz sein müssen.

Sowohl die Lufthansa als auch die Vereinigung Cockpit zeigten sich zufrieden mit dem Ergebnis. Bei der Schlichtung seien die Interessen der beiden Tarifparteien gleichermaßen berücksichtigt worden, hieß es.

Von der Einigung sind neben dem Cockpitpersonal der Deutschen Lufthansa AG auch die Piloten der Lufthansa Cargo AG und des Billigfliegers Germanwings betroffen. Die Verhandlungskommission der Vereinigung Cockpit nahm den Kompromiss einstimmig an, allerdings ist noch eine Urabstimmung notwendig, die aber als Formsache gilt.

Von: dpa, airliners.de
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