Lufthansa und Turkish Airlines entloben sich

22.10.2013 - 14:44 0 Kommentare

Zwischen der Lufthansa und Turkish Airlines wird es wohl zu keiner tieferen Partnerschaft kommen. Die Verhandlungen sind zum Stillstand gekommen. Dabei war die Bandbreite der potenziellen Kooperationsfelder zu Beginn recht groß.

Boeing 777-300ER der Turkish Airlines. Im Hintergrund ein Flugzeug der Lufthansa - © © AirTeamImages.com - HAMFive

Boeing 777-300ER der Turkish Airlines. Im Hintergrund ein Flugzeug der Lufthansa © AirTeamImages.com /HAMFive

Die hochfliegenden Pläne für eine enge Partnerschaft zwischen der Deutschen Lufthansa und Turkish Airlines sind offenbar gescheitert. Es gibt zwischen beiden Fluglinien keine Gespräche mehr über dieses Vorhaben, berichtet der Online-Branchendienst CargoForwarder in seiner heutigen Ausgabe.

Die Initiative für eine Partnerschaft kam im November vergangenen Jahres von Seiten der türkischen Fluglinie. Sie äußerte hohes Interesse an einer privilegierten Partnerschaft mit Lufthansa. Die Ideen reichten von Gemeinschaftsflügen bis hin zu einer finanziellen Überkreuz-Beteiligung. Sollte es dazu kommen, mutmaßte TK-Chef Temel Kotil gar öffentlich, dass Lufthansa Teile ihrer Konzernzentrale von Frankfurt nach Istanbul verlegen würde.

Als Folge der Ankündigung und Intentionen zur vertieften Kooperation tagten diverse Arbeitsgruppen, um Felder für eine tragfähige Zusammenarbeit auszuloten. Als mögliche Felder dafür wurden unter anderem die gemeinsame technische Wartung von Flugzeugen identifiziert, das Catering, Flugplananpassungen oder teilweise auch die Luftfracht. Leitbild dieser Gespräche war offenbar der in Antalya beheimatete und stetig wachsende Touristikflieger Sun Express. Dieser gehört zu jeweils 50 Prozent Turkish Airlines und der Lufthansa und wird auch gemeinschaftlich gemanagt.

Nach mehreren Verhandlungsrunden stoppten aber die Gespräche in den vergangenen Monaten. Auf Nachfrage wollte sich keine der beiden Fluglinien dazu äußern. Interne Quellen aber bestätigten diese Entwicklung inoffiziell. Es hieß, die Lufthansa sei nach eingehender Prüfung zu dem Ergebnis gekommen, dass ihr eine Liaison mit Turkish Airlines wenig bringe. Ein Grund sei die Verkehrssituation. So verbinde die türkische Gesellschaft rund ein Dutzend deutsche Städte mit Istanbul, im Falle Frankfurts, Berlins oder Münchens gar bis zu fünfmal am Tag. Dies ziehe viele Passagiere aus Deutschland ab, inklusive Umsteiger, die auf dem Istanbuler Atatürk Airport auf Langstreckenverbindungen der türkischen Linie umstiegen.

Im Vergleich dazu ist das Verkehrsangebot der Lufthansa auf den Türkei-Routen deutlich geringer. Zudem plane der türkische Staat einen neuen Großflughafen am Schwarzen Meer, dessen erste Stufe bereits 2017 in Betrieb gehen soll. Dadurch könnte es zur Umlenkung von Passagierströmen zu Lasten des eigenen Kranich-Aufkommens und der Lufthansa-Drehkreuze Frankfurt, München und Wien kommen, so die Befürchtung der deutschen Gesellschaft. „Wir beide sind Bündnispartner in der Star Alliance, das ist völlig ausreichend“, kommentierte ein führender Manager inoffiziell das derzeitige Verhältnis beider Fluglinien zueinander. Die vor knapp einem Jahr verkündeten Verlobungspläne scheinen damit geplatzt zu sein.

Von: Heiner Siegmund für airliners.de
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