Lufthansa treibt Verkauf von Rechenzentren voran

22.04.2014 - 09:38 0 Kommentare

Bei der Lufthansa nimmt der Verkauf der IT-Infrastruktur Gestalt an. Zu den Bietern sollen namhafte internationale Firmen gehören, ein deutsches Unternehmen hat aber inzwischen schon wieder abgewunken.

Operation Center der Lufthansa Systems - © © Lufthansa Systems -

Operation Center der Lufthansa Systems © Lufthansa Systems

Die Lufthansa gibt beim geplanten Verkauf ihrer Rechenzentren Gas. "Wir verhandeln mit mehreren Branchengrößen über eine Übernahme der IT-Infrastruktur, wobei wir die meisten Arbeitsplätze über den Verkauf hinaus vertraglich absichern wollen", sagte Simone Menne, Finanzvorstand des Konzerns und Chefaufseherin von Lufthansa Systems der "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Zu den Bietern sollen der Zeitung zufolge internationale Anbieter wie IBM, Atos und HP gehören. Auch die Telekom-Tochter T-Systems sei anfänglich interessiert gewesen, habe inzwischen aber abgewunken.

Lufthansa hatte Anfang des Monats die Aufspaltung ihrer IT in drei Bereiche bekannt gegeben. Die Infrastruktur, zu der die Rechenzentren mit rund 1000 Beschäftigten im Inland und weiteren 300 Mitarbeitern in ausländischen Callcentern gehört, steht zum Verkauf. Die zwei anderen Bereiche Airline Solutions und Industry Solutions bleiben unter dem Dach der Lufthansa. Gemeint sind damit IT-Lösungen für Fluggesellschaften sowie für mittelständische Unternehmen.

© Lufthansa Systems Lesen Sie auch: Lufthansa spaltet IT-Bereich auf

"Wir sehen in beiden Feldern große Wachstumschancen und wollen in deren Entwicklung weiter investieren", versichert die Chefkontrolleurin. Bei den Rechenzentren müsse hingegen im großen Stil dauerhaft investiert werden, um mit dem Tempo der Branche Schritt halten zu können. "Es liegt vor diesem Hintergrund nahe, Expertise und Finanzkraft eines namhaften Anbieters zu nutzen und ihm den Betrieb der Rechenzentren zu übertragen."

Ein Zuschlag hängt laut Menne davon ab, ob das Gros der Arbeitsplätze auch über den Eigentümerwechsel hinaus erhalten bleibe. Der Abbau der übrigen Stellen, deren Zahl sich noch nicht abschätzen lässt, solle ansonsten auf sozialverträglichem Wege, also über Abfindungen oder Fluktuation, erfolgen.

Von: dpa-AFX
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