Lufthansa-Tourismusoffensive: Condor offen für Kooperation

10.11.2014 - 16:01 0 Kommentare

Condor sieht sich in der neuen Konkurrenzsituation mit der Lufthansa auf touristischen Langstrecken gut aufgestellt. Condor-Chef Ralf Teckentrup könnte sich sogar eine Zusammenarbeit vorstellen.

Condor-Chef Ralf Teckentrup. - © © BTW - Svea Pietschmann

Condor-Chef Ralf Teckentrup. © BTW /Svea Pietschmann

Die neue Lufthansa-Wings-Strategie lässt in Frankfurt nicht nur die Lufthansa-Piloten im aktuellen Tarifstreit aufhorchen - sie wird auch von Condor aufmerksam beobachtet. Und das nicht ohne Grund: Die Lufthansa will ihre Langstreckenflugzeuge künftig wieder vermehrt mit Touristen füllen und wird damit zwangsläufig zur Konkurrenz für Deutschlands größte Ferienfluggesellschaft.

Er wolle die Lufthansa-Planungen nicht öffentlich kommentieren, sagte Condor-Chef Ralf Teckentrup jetzt im airliners.de-Interview. Konkurrenz sei gerade im touristischen Airlinegeschäft generell normal. Dennoch müsse er die neuen Lufthansa-Pläne als Condor-Chef natürlich sehr ernst nehmen.

Lufthansa wird vermehrt zum Condor-Konkurrenten

Condor fliegt derzeit mit einer Flotte aus zwölf Boeing 767-300 touristische Langstreckenverbindungen ab Frankfurt, München und Köln. Allein 14 Airbus A340 bestuhlt nun die Lufthansa für den Einsatz ab Frankfurt mit mehr Economy-Sitzen. Zudem gibt es im Rahmen der Wings-Strategie Planungen für einen Langstrecken-Billigflieger, der beispielsweise von München oder Köln/Bonn abheben könnte. Auf der Mittelstrecke fliegt Lufthansa bereits seit dem Winter vermehrt auch touristische Ziele an.

"Lufthansa wird die angekündigten Strecken eine ganze Zeit lang bedienen", weiß der ehemalige Lufthansa-Manager Teckentrup. "Wir als Condor werden uns das anschauen und entsprechend reagieren." Insgesamt sei Condor auch sehr gut gerüstet, erläutert Teckentrup: "Wir sind mit Condor sehr flexibel und können zudem günstig produzieren."

Condor habe gute Stückkosten, weil man permanent an der Unternehmensstruktur optimiere, so Teckentrup. Mit der Boeing 767 habe Condor ein kleines, aber effizientes Langstreckenflugzeug für touristische Nischenmärkte. "Wir konzentrieren uns mit Condor auf Märkte, die ein- bis vier Flüge pro Woche benötigen und fahren damit sehr gut."

Wir würden uns Gesprächen mit Lufthansa nicht verschließen.

Ralf Teckentrup

Aktuell schaut sich Lufthansa für die Durchführung der neuen Wings-Langstreckenplanungen nach Kooperationspartner um. Öffentlich wurden bislang Gespräche mit dem Turkish-Airlines/Lufthansa-Joint-Venture SunExpress sowie der Schweizer PrivatAir, die bereits für Lufthansa im Businesssegment unterwegs war.

Als ehemaliger Lufthansa-Tourismusableger erscheint derweil auch Condor als möglicher Kooperationspartner. Teckentrup wollte nicht bestätigen, ob es bereits Verhandlungen zwischen Condor und Lufthansa gab. "Wir würden uns Gesprächen aber nicht verschließen", sagte der Condor-Chef. Sofern eine Kooperation für alle Seiten Sinn mache, könne man Dinge gemeinsam entwickeln.

© BTW, Svea Pietschmann Lesen Sie auch: Spohr: Lufthansa hat Nachholbedarf im Touristiksegment

Bereits heute arbeitet Condor auf verschiedenen Ebenen mit der Lufthansa Group zusammen. So gibt es beispielsweise Zubringerflüge der Germanwings von und nach Köln/Bonn.

Von: airliners.de
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