Lufthansa und Telekom investieren Millionen in Internet an Bord

21.09.2015 - 13:55 0 Kommentare

Über den Wolken hakt das Internet zum Teil noch gewaltig. Eine Allianz rund um Lufthansa und Telekom will das jetzt für den europäischen Luftraum ändern. Allerdings bleibt Passagieren eine Sache weiter untersagt.

Ein Passagier arbeitet an Bord einer Lufthansa-Maschine an seinem Laptop. - © © dpa - Wolfgang Zajc

Ein Passagier arbeitet an Bord einer Lufthansa-Maschine an seinem Laptop. © dpa /Wolfgang Zajc

Schnelleres Internet über den Wolken ist das Ziel einer millionenschweren Investition, an der sich unter anderem die DAX-Konzerne Lufthansa und Deutsche Telekom beteiligen. Gemeinsam mit dem börsennotierten britischen Satellitenbetreiber Inmarsat soll ein System aufgebaut werden, das Passagieren während eines innerdeutschen oder Kontinental-Fluges einen nahtlosen Internetzugang mit hoher Datenrate bietet.

Die Telekom will dazu ein europaweites Netz von 300 Basisstationen nach dem modernen Digitalstandard LTE aufbauen, deren Signale mit denen des neuen Inmarsat-Satelliten kombiniert werden sollen. Erreichbar seien Datenraten von bis zu 75 Megabit pro Sekunde, kündigten die Unternehmen an. Telekom-Chef Timotheus Höttges bezifferte die Investition auf einen dreistelligen Millionenbetrag. In den Ländern, in denen man nicht über ein eigenes Netz verfüge, werde man mit Partnern zusammenarbeiten.

Telekom und Immarsat bauen das European Aviation Network. Foto: © Telekom,

Lufthansa will ab dem kommenden Jahr zunächst satellitengestütztes WLAN an Bord seiner Europamaschinen anbieten und ab 2017 am Testflugprogramm für den LTE-Mix teilnehmen. Bislang gibt es nur auf der Langstrecke kostenpflichtige Internetverbindungen. Auch Telefongespräche sind technisch möglich - diese blieben aber auf einhelligen Wunsch der Passagiere an Bord verboten, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr.

Es steht noch nicht fest, was die Kunden für den Service in Europa zahlen müssen. Das werde von der gebuchten Serviceklasse sowie vom persönlichen Meilen-Status abhängen, so Spohr. Zunächst sollen rund 180 Jets der Lufthansa-Airbus A320-Flotte mit neuen Antennen ausgerüstet werden. Dafür werde man etwa zwei Jahre brauchen. Das System werde zur Bordelektronik streng abgeschirmt.

Andere Airlines sollen nachziehen

Die Hybrid-Lösung soll laut Telekom auch anderen Fluggesellschaften angeboten werden. Inmarsat-Chef Andrew Sukawaty bezeichnete die Kombination von bodengestütztem LTE und seinen S-Band-Satelliten als Weltneuheit, die in sämtlichen 28 EU-Mitgliedstaaten angewendet werde.

© OnAir, Lesen Sie auch: Digitale Welt drängt mit Macht in die Flugzeug-Kabine

Der Europamarkt für Internet-Dienstleistungen in Flugzeugen werde bis 2024 auf ein Volumen von 5,2 Milliarden US-Dollar geschätzt, so Sukawaty. In den USA ist seit Jahren ein schwächeres Hybrid-Netz mit dem alten Mobilfunkstandard 2G im Betrieb.

Von: dpa
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