Lufthansa Technik will auf ausländischen Märkten stärker wachsen

17.03.2015 - 15:45 0 Kommentare

Für den Lufthansa-Konzern ist das Geschäft mit der Technik ein stabiler Ertragsbringer. Der neue Vorstandschef der Technik-Tochter hat vor allem die Wachstumsmärkte in Asien ins Visier genommen.

Johannes Bußmann, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa Technik - © © dpa - Christian Charisius

Johannes Bußmann, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa Technik © dpa /Christian Charisius

Der neue Chef der Lufthansa Technik will den Wachstumskurs verstärken, um mit den Konkurrenten Schritt halten zu können. "Wir wollen Marktführer bleiben", sagte Johannes Bußmann am Dienstag in Hamburg. Dazu benötige der Technik-Teil des Lufthansa-Konzerns mehr zusätzliches Geschäft, vor allem in Asien und Nahost. Die Strategie des Lufthansa-Teilkonzerns stütze sich auf die enge Betreuung und Anbindung der Kunden, eine innovative und leistungsfähige Produktion sowie hochqualifzierte Mitarbeiter. Bußmann hat in der vergangenen Woche zwei Wochen vor seinem offiziellen Amtsantritt am 1. April de facto das Amt von seinem langjährigen Vorgänger August Wilhelm Henningsen übernommen.

Im vergangenen Jahr hat sich der Umsatz der Lufthansa Technik zwar um 3,8 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro erhöht - das Unternehmen blieb damit aber unter dem Wachstum des globalen Marktes für technische Dienstleistungen an Flugzeugen, das bei etwa 4,5 Prozent lag. Bis 2018 wird dieser Markt angesichts des weiter zunehmenden Luftverkehrs auf mehr als 80 Milliarden Dollar wachsen.

Vor allem Asien und Nahost sind Wachstumsregionen

Die Lufthansa Technik hat bislang einen Marktanteil von elf bis zwölf Prozent und will diese Position auch mittelfristig behaupten. Die Treiber seien jedoch im wesentlichen in Asien und Nahost, sagte Henningsen. Dort liegen die Wachstumsraten der Fluggesellschaften deutlich höher als in den USA und Europa. Lufthansa Technik ist immer noch ein stark europäisch ausgerichtetes Unternehmens und erwirtschaftet hier mehr als die Hälfte ihrer Umsätze.

"Die angespannte Finanzlage vieler Airlines in Europa und das weltweit steigende Angebot technischer Dienstleistungen verstärken den Preisdruck immer mehr", sagte Henningsen. "Wir müssen dranbleiben." Der Konzern habe bereits seine geplanten Investitionen für Forschung und Entwicklung bis 2018 auf rund 200 Millionen Euro vervierfacht und die Internationalisierung vorangetrieben. Eine Schlüsselrolle komme hausinternen Programmen für mehr Effizienz und Wachstum zu.

Das Unternehmen betreut fast 800 Kunden und eine Flotte von mehr als 3200 Flugzeugen. Rund 62 Prozent der Umsätze werden mit Kunden außerhalb des Konzerns erwirtschaftet. Die Lufthansa Technik beschäftigt rund 26.000 Mitarbeiter. Der operative Gewinn lag mit 392 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 404 Millionen Euro.

Von: dpa
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