Lufthansa-Tarifvertrag bringt extreme Einbußen bei LSG Sky Chefs

06.05.2013 - 07:32 0 Kommentare

Die Mitarbeiter der LSG Sky Chefs können sich nicht über den neuen Tarifvertrag für das Lufthansa-Bodenpersonal freuen. Ihnen drohen Einbußen bei Gehalt und Urlaub sowie längere Arbeitszeiten.

Aus einem Container des Catering-Unternehmens LSG-Skychefs wird eine Maschine auf dem Flughafen Frankfurt beladen.

Aus einem Container des Catering-Unternehmens LSG-Skychefs wird eine Maschine auf dem Flughafen Frankfurt beladen.
© dpa - Boris Roessler

Ein Streik-Plakat hängt am 22.04.2013 in Stuttgart im Terminal des Flughafens an geschlossenen Lufthansa-Automaten.

Ein Streik-Plakat hängt am 22.04.2013 in Stuttgart im Terminal des Flughafens an geschlossenen Lufthansa-Automaten.
© dpa - Franziska Kraufmann

Ein Passagier steht im Flughafen München vor geschlossenen Schaltern der Lufthansa

Ein Passagier steht im Flughafen München vor geschlossenen Schaltern der Lufthansa
© dpa - Tobias Hase

Streikendes Sicherheitspersonal am Flughafen Düsseldorf

Streikendes Sicherheitspersonal am Flughafen Düsseldorf
© dpa - Daniel Naupold

Auf die Beschäftigten der Lufthansa-Catering-Tochter LSG Sky Chefs (LSG) dürften Einbußen bei Gehalt und Urlaub sowie längere Arbeitszeiten zukommen. Das sehe ein Eckpunktepapier vor, das das Management von LSG mit der Gewerkschaft Verdi bereits Ende Februar beschlossen habe, sagte eine Sprecherin der Catering-Tochter am Freitag in Neu-Isenburg. Sie bestätigte damit einen Bericht der "Frankfurter Rundschau" (Samstag).

Die Löhne sollen demnach um drei Prozent gesenkt, der Anspruch auf Urlaub um drei Tage reduziert und die Wochenarbeitszeit um anderthalb auf 39 Stunden erhöht werden. Die Personalkosten sollen damit auf ein "wettbewerbsfähiges Niveau" geführt werden, die bei den Lufthansa-Konkurrenten 20 bis 30 Prozent niedriger lägen, so die LSG.

Die Beschäftigten der LSG fühlen sich daher von der Gewerkschaft im Stich gelassen. Man fühle sich "verraten und verkauft – von Verdi“, sagte ein Mitglied aus der Belegschaft gegenüber der Zeitung. Die viel schlechteren Konditionen für die LSG im Vergleich zu den anderen Bereichen sollen dem Bericht zufolge bereits vor den Verhandlungen mit der Lufthansa festgeschreiben worden, ohne dass dies publik gemacht wurde. Sollte die Verdi-Tarifkommission dem jüngst erzielten Tarif-Gesamtpaket für das Lufthansa-Bodenpersonal zustimmen, würden die Bestimmungen des Eckpunktepapiers Teil eines Tarifvertrages.

Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle verteidigte die Vereinbarung in der "Frankfurter Rundschau" als "das kleinere Übel". LSG habe mit einem Wechsel des Arbeitgeberverbandes gedroht. Man habe sich im Gegenzug auf den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis Ende 2020 sowie Einmalzahlungen geeinigt.

Lufthansa und Verdi hatten sich am Mittwoch auf einen Tarifvertrag geeinigt, der für das Bodenpersonal gestufte Entgelterhöhungen und Kündigungsschutz bringt. Dieser sieht laut Verdi Gehaltssteigerungen zwischen 3,0 bei der Lufthansa AG und 4,7 Prozent bei den Töchtern Technik, Cargo und Systems mit einer Laufzeit von 26 Monaten vor. Das Ganze steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Verdi-Tarifkommission und einer Mitgliederbefragung bis zum 14. Mai.

Von: dpa, airliners.de
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