Streik in der Kabine möglich

Lufthansa: Tarifverhandlung vor dem Scheitern?

16.08.2012 - 16:54 0 Kommentare

Lufthansa und die Flugbegleitergewerkschaft UFO haben ihre zähen Verhandlungen über höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen fortgesetzt. Für den Fall des Scheiterns hatten sich die Mitglieder bereits für einen Streik ausgesprochen.

Kabinenservice bei Lufthansa - © © Lufthansa -

Kabinenservice bei Lufthansa © Lufthansa

Die Tarifverhandlungen für rund 18.000 Flugbegleiter der Lufthansa haben am Donnerstag keine sichtbare Annäherung gebracht. Aus Kreisen der Kabinengewerkschaft UFO verlautete in Frankfurt, dass die Verhandlungen möglicherweise am Freitag für gescheitert erklärt werden. Ob das einen schnellen Streik nach sich zieht, blieb zunächst noch unklar. Die Lufthansa will hingegen die Gespräche fortsetzen. «Wir wollen weiterhin eine Lösung am Verhandlungstisch suchen», erklärte eine Sprecherin.

Die Gewerkschaft hat sich bereits in einer Urabstimmung der Bereitschaft ihrer Mitglieder zu einem Arbeitskampf versichert. Diesem hatten 97,5 Prozent der Teilnehmer zugestimmt. Ein Anteil von rund 17 Prozent der bei UFO organisierten Lufthanseaten hatte aber nicht an der Abstimmung teilgenommen. Die Flugbegleiter der größten europäischen Gesellschaft haben bis auf kleinere Warnstreikaktionen bislang noch nie gestreikt.

Der UFO-Vorstand werde den Sachstand am Freitag in einer Sondersitzung bewerten, sagte der Vorsitzende Nicoley Baublies nach mehrstündigen Verhandlungen der Nachrichtenagentur dpa. Für Mittag hat die Gewerkschaft zu einer Pressekonferenz geladen.

UFO verlangt nach mehreren Nullrunden fünf Prozent höhere Entgelte und mehr Gewinnbeteiligung. Hinter den Kulissen geht es aber auch um den geplanten Umbau des Luftfahrtkonzerns, der mit dem Programm «Score» 1,5 Milliarden Euro im Jahr sparen will.

UFO will den dauerhaften Einsatz von Leihstewardessen ebenso verhindern wie die Einführung niedriger Tarifstrukturen bei der geplanten Gesellschaft für Direktflüge. Die Gewerkschaft fürchtet die Verlagerung von 2.000 Arbeitsplätzen in die neue Tochter, in der das an Germanwings orientierte Tarifgefüge rund 40 Prozent unter dem der Lufthansa liegen werde.

Von: dpa, dapd
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