Lufthansa bleibt im Streit mit Piloten hart und kündigt Studie an

02.10.2014 - 10:32 0 Kommentare

Die Lufthansa lässt bei ihren Plänen für Konzernumbau und Sparplänen auch nach den jüngsten Pilotenstreiks nicht locker. "Mit mir wird es kein Umfallen geben", sagte jetzt der Chef der Passagiersparte, Karl-Ulrich Garnadt und kündigte eine Konkurrenzstudie an.

Karl Ulrich Garnadt, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa Cargo. - © © dpa - Arne Dedert

Karl Ulrich Garnadt, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa Cargo. © dpa /Arne Dedert

Die Lufthansa lässt bei ihren Plänen für neue Billigangebote und eine abgespeckte Übergangsversorgung der Piloten auch nach den jüngsten Streiks nicht locker. "Mit mir wird es kein Umfallen geben", sagte der Chef der Passagiersparte, Karl-Ulrich Garnadt, der "Süddeutschen Zeitung" mit Blick auf die französische Konkurrentin Air France. Diese hatte nach einem zweiwöchigen Pilotenstreik die geplante Erweiterung ihrer Billigsparte Transavia gekippt. Garnadt bringt dagegen sogar eine Ausweitung des Lufthansa-Billigkonzepts "Wings" ins Spiel und kündigte eine Studie an, die auch das Lohnniveau von Piloten vergleichen soll.

"Am Standort Frankfurt haben wir Strukturen, die bis zu 20 Prozent zu teuer sind", sagte Gardadt. Diese Lücke zum Markt müsse geschlossen werden, ansonsten habe Lufthansa langfristig keine Überlebenschance. Bereits heute wachse man langsamer als die Konkurrenz. Anhand einer Studie würden derzeit die Kosten der Lufthansa mit der Konkurrenz verglichen - daraus müssten dann gemeinsame Schlüsse gezogen werden. Dabei setzt der Lufthansa Manager auch auf die Einsicht der Vereinigung Cockpit: "Die Piloten erfahren immer noch eine absolut privilegierte Behandlung im Vergleich zu anderen", so der ehemalige Lufthansa-Cargo-Chef gegenüber der Zeitung. Die Pilotenvereinigung erliege einem Trugschluss, wenn sie glaube, Lufthansa könnten mit einem Abstand von bis zu 50 Prozent zum Marktniveau überleben.

Starke Konkurrenz in Europa und der Welt

Weiter vorangeschritten ist derweil der Umbau der Lufthansa-Passagiergeschäfte abseits der Drehkreuze München und Frankfurt: Unter dem "Wings"-Dach stellt die Lufthansa ihre beiden Kurzstrecken-Billigtöchter Germanwings und Eurowings neu auf und bereitet einen neuen Billiganbieter für die Langstrecke vor.

Sie sollen das Europageschäft außerhalb Frankfurt und München übernehmen sowie neue Langstrecken erschließen, die sich unter den hohen Kosten der Marke Lufthansa selbst nicht rechnen. Eurowings wird dabei von einer Regionalfluglinie mit kleinen Maschinen zu einem Billiganbieter mit Mittelstreckenjets umgebaut.

Die Lufthansa reagiert damit im Europaverkehr auf die Konkurrenz von Billigfliegern wie und Easyjet oder Vueling, die dank ihrer niedrigeren Betriebskosten den klassischen Airlines seit Jahren das Leben schwer machen. Auf der Kurzstrecke hätten die Billigflieger gegenüber der Lufthansa Kostenvorteile von mehr als 30 Prozent, sagte Garnadt. Auf der Langstrecke muss sich die Airline derweil gegen die Golf-Carrier und asiatische Fluggesellschaften durchsetzen.

© Lufthansa, Ingrid Friedl Lesen Sie auch: Lufthansa konkretisiert Pläne für preiswerte Langstreckenflüge

Die "Wings"-Gruppe will Garnadt nun in "beherrschbaren Schritten" ausbauen. Dabei deutet er in der "SZ" an, dass auch die italienische Lufthansa-Tochter Air Dolomiti unter das Billig-Dach schlüpfen könnte: "Wenn wir wissen, dass es funktioniert, dann trauen wir uns zu, über die Heimatmärkte hinaus zu schauen", sagte Garnadt

Von: airliners.de mit dpa
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