Lufthansa-Strategen feilen an Expansionsplänen

14.04.2016 - 13:01 0 Kommentare

Die Lufthansa Group treibt ihre Ausbaupläne voran. Gespräche laufen derzeit nicht nur mit der SAS. Auch eine komplette Übernahme von Brussels Airlines wird immer wahrscheinlicher.

Das Logo der Lufthansa, aufgenommen am frühen Morgen am Flughafen in Frankfurt am Main. - © © dpa - Fredrik von Erichsen

Das Logo der Lufthansa, aufgenommen am frühen Morgen am Flughafen in Frankfurt am Main. © dpa /Fredrik von Erichsen

Das Interesse der Lufthansa an Scandinavian Airlines (SAS) ist laut einem Medienbericht erneut aufgeflammt. Seit einiger Zeit verhandeln beide Fluggesellschaften über mögliche Kooperationen, schreibt die "Wirtschaftswoche". Schweden, Norwegen und Dänemark halten zusammen 50 Prozent der Anteile und wollen diese dem Bericht zufolge loswerden. Denkbar sei ein Andocken von SAS an die neue Lufthansa-Billigplattform Eurowings.

Auf Nachfrage von airliners.de bezeichnete ein Lufthansa-Pressesprecher das als Spekulation. Er bestätigte allerdings Gespräche zwischen SAS und Lufthansa. Dies sei aber ständig der Fall, schließlich seien beide Airlines als Gründungsmitglieder des Luftfahrtbündnisses Star Alliance uralte Partner.

Die Besitzverhältnisse bei Scandinavian Airlines
Anteile in Prozent
Schweden 21.4
Norwegen 14.3
Dänemark 14.3
private Investoren 50

Dass aber aus der Partnerschaft mehr werden könnte, ist immer mal wieder Thema. Beispielsweise hatte sich im Herbst 2013 der damalige Lufthansa-Chef Christoph Franz zu einer möglichen Übernahme der skandinavischen Star-Alliance-Fluggesellschaft geäußert. Diese schloss er damals nicht aus und verwies darauf: Bei der Übernahme handele es sich um eine Idee, die bereits seit Jahren diskutiert werde.

Entscheidung soll bald fallen

Eine Komplettübernahme von Brussels Airlines - an der die Kranich-Airline derzeit 45 Prozent der Anteile hält - rückt hingegen in greifbare Nähe. Laut Medienberichten wird sich der Lufthansa-Aufsichtsrat am 27. April mit dem Thema befassen. Finanzcheffin Simone Menne hatte bereits Mitte März gesagt, dass eine Entscheidung im zweiten Quartal fallen soll.

Eine Grafik der Lufthansa Gruppe zeigt deren Geschäftsfelder. Foto: © Lufthansa Group

Mit Brussels Airlines könnte die Lufthansa den Ausbau ihrer neuen Billigplattform Eurowings vorantreiben. Sie könnte dort - wie auch die italienische Lufthansa-Regionaltochter Air Dolomiti - eine Heimat finden, hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr im Sommer vergangenen Jahres erklärt. Beide könnten gut als Teil von Eurowings vermarktet werden.

Für die 45 Prozent Anteile an Brussels Airlines hatte die Lufthansa rund 65 Millionen Euro gezahlt. Zudem verfügt sie seit 2011 über die Option, die restlichen 55 Prozent erwerben zu können. Insgesamt könnte die Komplettübernahme nach Unternehmensangaben je nach Wirtschaftslage mit bis zu 250 Millionen Euro zu Buche schlagen.

airliners.de, Gunnar Kruse Lesen Sie auch: Spohr: Eurowings könnte andere Fluglinien übernehmen

Sollte in diesem Jahr die Entscheidung fallen, die Übernahme nicht durchzuziehen, ist damit das Thema für die Lufthansa nicht vom Tisch. Die Kaufoption werde in diesem Fall auf das nächste Jahr geschoben, so der Lufthansa-Sprecher zu airliners.de.

Allerdings wird es nach gegenwärtigen Stand wohl nicht mehr so lange dauern. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, war Lufthansa-Chef Spohr dieser Tage beim belgischen König Philippe in Brüssel zu Gast und sprach dort mit ihm über die Zukunft von Brussels Airlines.

Von: gk
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