Neue Marke, drei Tarife

Lufthansa stellt neue Germanwings vor

06.12.2012 - 15:27 0 Kommentare

Lufthansa versucht bei ihrer Tochter Germanwings den Spagat zwischen Billigflieger und Premium. Drei Tarife und ein an Lufthansa angelehnter Markenauftritt sollen das Direktflug-Programm des Konzerns wieder profitabel machen.

Flugbegleiter der Germanwings halten ein Modell eines Airbus mit dem neuen Design der Airline in die Kamera.

Flugbegleiter der Germanwings halten ein Modell eines Airbus mit dem neuen Design der Airline in die Kamera.
© dpa - Maurizio Gambarini

Flugzeug im neuen Germanwings-Branding

Flugzeug im neuen Germanwings-Branding
© Germanwings

Neues Logo der Germanwings

Neues Logo der Germanwings
© Germanwings

Freier Mittelsitz: Die ersten drei Reihen bei Germanwings sind den Best-Tarif-Kunden vorbehalten.

Freier Mittelsitz: Die ersten drei Reihen bei Germanwings sind den Best-Tarif-Kunden vorbehalten.
© Germanwings

Der Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Lufthansa, Christoph Franz (M), der Sprecher der Germanwings-Geschäftsführung, Thomas Winkelmann (l) und das Mitglied des Vorstandes der Deutschen Lufthansa, Carsten Spohr (r) halten am 06.12.2012 in Köln (Nordrhein-Westfalen) ein Modell eines Airbus mit dem neuen Design der Airline in die Kamera.

Der Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Lufthansa, Christoph Franz (M), der Sprecher der Germanwings-Geschäftsführung, Thomas Winkelmann (l) und das Mitglied des Vorstandes der Deutschen Lufthansa, Carsten Spohr (r) halten am 06.12.2012 in Köln (Nordrhein-Westfalen) ein Modell eines Airbus mit dem neuen Design der Airline in die Kamera.
© dpa - Maurizio Gambarini

Flugzeug im neuen Germanwings-Branding

Flugzeug im neuen Germanwings-Branding
© Germanwings

Flugzeug im neuen Germanwings-Branding

Flugzeug im neuen Germanwings-Branding
© Germanwings

Ab Juli 2013 startet der Billigfluganbieter Germanwings mit einem neuen Gesicht: Sowohl bei Privat- als auch Geschäftskunden will die Lufthansa-Tochter auf dezentralen Strecken punkten. Die Airline soll in Zukunft unter dem Motto "Günstig, aber nicht billig" alle Europaverbindungen der Lufthansa außerhalb der Drehkreuze Frankfurt am Main und München übernehmen.

Mit der "neuen Germanwings" werde es der Lufthansa gelingen, abseits der großen Drehkreuze wieder profitabel zu fliegen, sagte Lufthansa-Chef Christoph Franz bei der Vorstellung des neuen Produkts heute in Köln. Mit einem neuen Marken- und Produktkonzept solle allen Gästen im Rahmen einer reinen Economy-Kabine das "Fliegen à la carte" ermöglicht werden.

Die neuen Germanwings-Tarife:

Die Fluggesellschaft will im gleichen Flugzeug sowohl die Ansprüche von Geschäftsreisenden als auch von Schnäppchenpreis-Jägern erfüllen. Im neuen Germanwings-Tarifsystem können die Kunden daher zwischen drei Tarifen wählen.

Der neue "Basic"-Tarif ist als reines Low-Cost-Angebot gedacht und nur über das Internet buchbar. Der niedrigste Preis beträgt hier 33 Euro pro Strecke und beinhaltet "Miles & More"-Meilen. Weitere Zusatzleistungen können Kunden hinzubuchen. Die Preise für einzelne Zusatzangebote wie etwa die Beförderung eines Gepäckstücks werden später vorgestellt.

Der "Smart" genannte Tarif ist der neue Standardtarif bei Germanwings. Er beinhaltet eine Sitzplatzreservierung, Snack und Getränke an Bord, ein freies Gepäckstück sowie Meilen.

"Best" als hochwertigstes Angebot beinhaltet einen Sitzplatz in den ersten drei Reihen. Hier gibt es größere Beinfreiheit, einen freien Mittelplatz sowie reservierte Handgepäckfächer. Zudem gibt es eine höherwertige Verpflegung, zwei Gepäckstücke und doppelte Meilen inklusive HON-Circle Meilen. Am Boden können "Best"-Tarif-Kunden der Germanwings die Fast-Lane bei der Security, die Lufthansa-Lounge und ein priorisiertes Boarding nutzen. Zudem ist der Tarif kostenlos umbuchbar.

Die neue Germanwings-Marke

Mit dem neuen Konzept ändert sich bei Germanwings auch das Logo und die Lackierung der Flugzeuge. Die neue Livery der Germanwings ist an die Lufthansa-Lackierung angelehnt. Der Name "Germanwings" wird in Lufthansa-Schriftart gesetzt, der Bauch der Maschinen ist wie bei der Mutter grau gehalten. Am Heck prangt ein großes, stilisiertes "W" in Brombeer und Gelb, den alten Germanwings-Hausfarben. Es steht für "Wings".

Bereits im Januar beginnt Lufthansa mit der Umstellung. Alle Flugzeuge der Airline werden bis zur Einführung des neuen Markenkonzepts am 1. Juli 2013 sukzessive in dem neuen Design lackiert. Germanwings übernimmt dann künftig sämtliche Lufthansa-Direktverbindungen innerhalb Europas, die nicht über Frankfurt und München führen.

Flotte: A320-Familie und CRJ

Dazu übernimmt Germanwings zusätzlich zu den jetzt 32 Maschinen des Typs A319 weitere 60 Flugzeuge in die Flotte. Die zukünftig von Germanwings operierten Flugzeuge der Typen A319/A320 und Bombardier CRJ-900 kommen von der Lufthansa sowie der Eurowings. (Korrektur: Die neue Germanwings wird zum Start im Juli 2013 keine Boeing 737 in der Flotte haben. Ursprünglich hatten wir berichtet, dass 19 Boeing 737 zur Germanwings wechseln. Bei diesen Maschinen handelt es sich aber über die derzeitige Flotte im Lufthansa-Punkt-zu-Punkt-Verkehr.)

Die insgesamt rund 90 Flugzeuge der neuen Germanwings bedienen dann über 100 Destinationen in ganz Europa und verteilen sich den Planungen zufolge auf sieben Stationen in Berlin, Dortmund, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Köln und Stuttgart.

Germanwings wächst zu neuer Bedeutung

Mit den heute vorgestellten Neuerungen wird Germanwings im europäischen Airlinegefüge - aber speziell auch im Lufthansa Konzern - zu ganz neuer Größe anwachsen. Rund zehn Prozent des Umsatzes und 20 Prozent der Passagiere sollen den Planungen nach von der Lufthansa Passage zu Germanwings wandern. Für Germanwings bedeutet das einen Zuwachs bei den Passagieren von derzeit rund 7,7 auf dann 20 Millionen pro Jahr.

Für die Lufthansa erhofft sich durch die Neuordnung der dezentralen Verkehre bis 2015 Einsparpotentiale von 200 Millionen Euro. Dreh- und Angelpunkt sind dabei um 20 Prozent niedrigere Stückkosten. Die neue Ausrichtung mit schlechteren Tarifbedingungen gehört daher auch zu Konfliktpunkten im Tarifstreit zwischen der Lufthansa und ihren Flugbegleitern. Beide Seiten hatten sich in einer Schlichtung unter Federführung von Bert Rürup geeinigt.

Von: airliners.de mit dpa,dapd
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