Lufthansa-Chef bezeichnet Fraport als "größte Enttäuschung des Jahres"

05.05.2017 - 16:05 0 Kommentare

Das neue Gebührenmodell am Frankfurter Flughafen, Streikkosten und Dividenden: Bei der Hauptversammlung der Lufthansa Group hat Chef Carsten Spohr mehrere Themen angesprochen.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei der Konzern-Hauptversammlung. - © © dpa - Daniel Bockwoldt

Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei der Konzern-Hauptversammlung. © dpa /Daniel Bockwoldt

Das Lufthansa-Management rund um Carsten Spohr hat sich jetzt seinen Aktionären gestellt. Dabei bezeichnete Konzern-Chef Carsten Spohr den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport "als größte Enttäuschung des Jahres".

Er bezog sich dabei auf das neue Gebührenmodell am Lufthansa-Hauptflughafen Frankfurt, bei dem Ryanair Rabatte eingeräumt werden. In Verhandlungen mit der Fraport strebe man in der Summe ähnliche Kostenvorteile an, wie sie dem irischen Billigflieger gewährt worden seien, teilte die Lufthansa mit.

Von den Aktionären gefeiert wurde Spohr für die grundsätzliche Tarifeinigung mit den Piloten. Sie werde wegen der Umstellung der Betriebsrenten in der Bilanz eine Entlastung im hohen dreistelligen Millionenbereich bringen, sagte der Firmenchef.

Aktionäre bekommen 50 Cent Dividende pro Aktie

Die Streiks hätten Lufthansa seit 2014 rund 400 Millionen Euro gekostet. Mit der Einigung werde diese Summe innerhalb von drei bis vier Jahren mehr als eingespart. Die Hauptversammlung nahm den Dividendenvorschlag von 50 Cent je Aktie mit 99,8 Prozent Zustimmung an.

© dpa, Federico Gambarini Lesen Sie auch: Lufthansa zeigt Interesse an Air-Berlin-Übernahme

Der Lufthansa-Chef zeigte sich optimistisch, die im ersten Quartal gestiegenen Betriebskosten bei den Konzern-Airlines im Laufe des Jahres absenken zu können. Lufthansa habe im betriebsschwachen ersten Quartal viele Wartungen vorgezogen und durch die hohe Auslastung der Jets zusätzlichen Aufwand leisten müssen.

Das werde sich im Laufe des Jahres glätten. Wegen unsicherer geopolitischer Entwicklungen und steigender Treibstoffkosten werde das Ergebnis trotz aktuell guter Buchungslage leicht unter dem Rekordjahr 2016 erwartet.

Von: ch, dpa
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