Kein Konsens gefunden

Lufthansa-Schlichtung vor dem Scheitern

05.11.2012 - 13:44 0 Kommentare

Gibt es schon bald wieder Streiks bei der Lufthansa? Die Schlichtung zwischen der Airline und ihren Flugbegleitern stehe vor dem Aus, heißt es aus Verhandlungskreisen.

Mitarbeiter der Lufthansa demonstrieren am 07.09.2012 am Flughafen München. - © © dpa - Peter Kneffel

Mitarbeiter der Lufthansa demonstrieren am 07.09.2012 am Flughafen München. © dpa /Peter Kneffel

Im Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und ihren rund 18.000 Flugbegleitern droht die Schlichtung zu scheitern. Damit könnten die bereits im August gestarteten Streiks der rund Flugbegleiter noch in diesem Jahr wieder aufflammen. Dem Schlichter Bert Rürup sei es nicht gelungen, einen Konsens zwischen den Verhandlungspartnern herzustellen, hieß es am Montag in Verhandlungskreisen.

Bis zum 13. November sollen sich die Parteien zu dem noch nicht in der Endfassung vorliegenden Schlichterspruch äußern, erklärten Ufo und Lufthansa am Montag übereinstimmend. Bis dahin seien keine weiteren Gesprächstermine mehr vereinbart. Der frühere Wirtschaftsweise Rürup wollte sich auf Anfrage nicht zum Fortgang äußern. «Wir haben Stillschweigen vereinbart», erklärte auch ein Sprecher der Lufthansa.

«Wir haben bislang keine Einigung», sagte Ufo-Chef Nicoley Baublies. Wie es nach einer gescheiterten Schlichtung weitergehen könnte, sei derzeit nicht absehbar. Die Parteien haben eine Friedenspflicht bis Ende November vereinbart. Im August und September hatten die Stewards und Stewardessen bei ihrem ersten Streik in der Lufthansa-Geschichte in drei Wellen mehr als 1.000 Flüge ausfallen lassen. Das Unternehmen hat den Schaden auf 33 Millionen Euro beziffert.

Im Kern geht es um den Vergütungstarifvertrag für die rund 18.000 Flugbegleiter der Lufthansa Passage. Ufo verlangt fünf Prozent mehr Geld. Lufthansa hat bei einer längeren Laufzeit und längeren Arbeitszeiten 3,5 Prozent angeboten, außerdem will das Unternehmen die Gehaltsstufen abflachen. Weiteren Konfliktstoff bieten allgemeine Personalabbaupläne und die Verlagerung von 30 Maschinen samt Personal zur Tochter Germanwings, die deutlich geringere Gehälter an die Flugbegleiter zahlt. Hier sehe auch die Pilotengewerkschaft Cockpit noch erheblichen Verhandlungsbedarf, sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg Mitte Oktober.

Von: dpa
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