UFO-Flugbegleiter machen Druck

Lufthansa schafft nur Teileinigung

27.01.2012 - 08:43 0 Kommentare

Der Tarifstreit bei der Lufthansa ist nur zum Teil gelöst. Während Verdi das Angebot für das Bodenpersonal angenommen hat, will die Gewerkschaft UFO sich den Sparplänen des Unternehmens weiter widersetzen.

Ein Besatzungsmitglied posiert am 19. Mai 2010 am Airbus-Standort in Hamburg vor der Auslieferung des ersten Airbus A380 für die Lufthansa in der Economy Class. - © © dpa - Maurizio Gambarini

Ein Besatzungsmitglied posiert am 19. Mai 2010 am Airbus-Standort in Hamburg vor der Auslieferung des ersten Airbus A380 für die Lufthansa in der Economy Class. © dpa /Maurizio Gambarini

Die Lufthansa hat es nur teilweise geschafft, sich vor der nächsten Sparrunde mit den Gewerkschaften auf neue Tarifverträge für rund 50.000 Beschäftigte zu einigen. Während die DGB-Gewerkschaft Verdi am Donnerstagabend das noch einmal beim Urlaubsgeld nachgebesserte Angebot der Luftfahrtgesellschaft angenommen hat, will die kleinere Spartengewerkschaft UFO geringere Aufstiegschancen für die rund 17.000 Flugbegleiter nicht akzeptieren. Man werde nun ein neues Forderungspaket schnüren und erst gegen Ende der Friedenspflicht Ende März wieder verhandeln, hieß es im Umfeld der Tarifkommission.

Ein UFO-Sprecher begründete die Ablehnung mit Forderungen der Lufthansa, die einem «Erpressungsversuch» gleichgekommen seien. Man werde für das Kabinenpersonal die vorgeschlagenen Verschlechterungen in der Gehaltsstruktur nicht akzeptieren und setze daher auf weitere Gespräche. Auch den Einsatz von Leiharbeitern in Lufthansa-Flügen von Berlin will UFO zur Not mit Klagen verhindern.

Die von Verdi vertretenen 33.000 Beschäftigten am Boden, in der Technik und bei Cargo erhalten rückwirkend zum 1. Januar 3,5 Prozent mehr Gehalt, bei einer Vertragslaufzeit von 13 Monaten. Außerdem sei der Zuschlag zum Urlaubsgeld um rund 5 Prozent auf 1075 Euro erhöht worden, teilte die Gewerkschaft mit. Diese zusätzliche Komponente habe die Tarifkommission veranlasst, dem Tarifergebnis doch noch zuzustimmen, teilte Verdi in Berlin mit.

Mit einer Einmalzahlung müssen sich hingegen die rund 5000 Beschäftigten der Catering-Tochter Lufthansa Service Gesellschaft (LSG) begnügen. Hier wurde laut Verdi aufgrund der angespannten Situation des Geschäftsfeldes eine Beschäftigungssicherung und eine Einmalzahlung in Höhe von 250 Euro verhandelt, für Teilzeitkräfte mindestens 100 Euro.

Am Vortag hatte die Gewerkschaft noch von einem vorläufigen Scheitern der Verhandlungen gesprochen. Die Vereinbarung gilt für die Lufthansa-Beschäftigten am Boden, bei der IT-Tochter Lufthansa Systems, der Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo. Sie erhalten 3,5 Prozent mehr Gehalt ab 1. Januar 2012 bei einer Laufzeit von 13 Monaten.

 

Von: dpa
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