Lufthansa und Politik streiten wegen BER-Baustelle

19.03.2018 - 07:44 0 Kommentare

Lufthansa-Vorstand Dirks macht eine flapsige Bemerkung zum BER, Verkehrsminister Scheuer sagt, der Flughafen sorge "für Belustigung" und auch Airport-Chef Lütke Daldrup meldet sich zu Wort.

Piktogramme an einer Scheibe vor dem Terminal des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER). - © © dpa - Patrick Pleul

Piktogramme an einer Scheibe vor dem Terminal des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER). © dpa /Patrick Pleul

Um die Baustelle des Hauptstadtflughafens BER gibt es eine neue Diskussion. Lufthansa hat nach einem Medienbericht den Glauben an den Airport verloren.

Meine Prognose ist: Das Ding wird abgerissen und neu gebaut.

Lufthansa-Vorstand und Eurowings-Chef Thorsten Dirks laut "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" auf dem "Unternehmertag am Tegernsee"


Ein Lufthansa-Sprecher sagte, das Unternehmen habe auf keinen Fall für einen Abriss des Flughafens plädieren wollen. "Das war eine zugespitzte Äußerung, um auf das Ausmaß der Probleme am Flughafen hinzuweisen", ergänzte ein Sprecher der Billigfluglinie Eurowings.

Terminverschiebungen seien "Belastung"

Lufthansa habe auch keinen solchen Ratschlag geben wollen. "Selbstverständlich plädiert die Lufthansa Group nicht für einen Neubau des BER." Die Serie an Terminverschiebungen sei aber "eine außerordentliche Belastung" auch für Fluglinien.

So verwies Dirks etwa auch darauf, dass zum ersten Eröffnungstermin alles fertig gewesen sei, die Schalter, auch das Mobiliar. Inzwischen hat die größte deutsche Airline aber ihr Kranich-Logo überarbeitet und auch die Farben im Markenauftritt haben sich geändert. "Das müssen wir alles umbauen", beklagte Dirks.

Minister schließt Abriss aus

Auch Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) schaltete sich in die Diskussion zur schwierigen Fertigstellung des BER ein.

Leider ist das Label BER inzwischen so beschädigt, dass es international nur noch für Belustigung sorgt.

Andreas Scheuer (CSU), Verkehrsminister, laut "Bild"


Da helfe aber auch kein neuer Name, sondern nur "ein Eröffnungstermin, der eingehalten wird". Einen Abriss und Neubau des BER schloss Scheuer aus. Das Projekt solle erfolgreich abgeschlossen werden.

BER-Chef: "Das ist Unsinn"

Die drei Gesellschafter sind sich indes einig: Der Flughafen wird fertiggebaut", sagte Senatssprecherin Claudia Sünder. "Anstatt darüber nachzudenken, wie das Lufthansa-Logo von Gelb in Blau ausgetauscht wird, wäre es gut, wenn sich der Konzern um ein angemessenes und verbindliches Engagement in der Hauptstadt bemüht."

Flughafen-Chef Engelbert Lütke-Daldrup bemerkte zu den Äußerungen: "Das ist Unsinn. Die Lufthansa wäre gut beraten, sich um Langstrecken für die Hauptstadt zu kümmern."

© Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Günter Wicker Lesen Sie auch: "Die sieben Milliarden sind falsch" Interview

Die wegen zahlreicher technischer Mängel um Jahre verzögerte Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens ist derzeit für Oktober 2020 geplant. Allerdings ist schon jetzt abzusehen, dass die Kapazität des Flughafens nicht ausreicht, um das erwartete Passagieraufkommen zu bewältigen.

Von: cs mit Material von AFP und dpa
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