Nach «WOW» nun «Star Alliance» für Luftfracht? Lufthansa plant erneut Cargo-Bündnis

21.04.2011 - 09:25 0 Kommentare

Die Lufthansa will laut einem Medienbericht mit ihren «Star Alliance»-Partnern künftig auch im Luftfrachtgeschäft kooperieren. Die Airline werde «auf jeden Fall» versuchen, ein entsprechendes Cargo-Bündnis zu starten. Damit könnte sie ihren Kunden ein deutlich größeres Streckennetz bieten.

MD-11 der Lufthansa Cargo - © © AirTeamImages.com - Simon Willson

MD-11 der Lufthansa Cargo © AirTeamImages.com /Simon Willson

Nach dem Scheitern der "WOW"-Cargoallianz zwischen Lufthansa Cargo, Singapore Airlines Cargo, SAS Cargo und Japan Airlines Cargo will die Lufthansa offenbar nach dem Vorbild der «Star Alliance» ein neues Bündnis für das Frachtgeschäft anstoßen. «Es gibt keinen Grund, warum das nicht funktionieren sollte», sagte der neue Cargo-Chef Karl-Ulrich Garnadt der «Süddeutschen Zeitung» (Donnerstag).

Bisher kooperieren die an der Star Alliance beteiligten Gesellschaften nur bei Passagierflügen. Die Lufthansa will dies nun auch für das Frachtgeschäft anstoßen.

«Wir werden auf jeden Fall den Versuch unternehmen, mit Partnern in der Star Alliance neu zu starten», sagte Garnadt nun. Er greift damit die alte WOW-Idee von 2000 wieder auf. 2008 hatte Lufthansa Cargo die Aktivitäten bei der WOW-Cargoallianz unter anderem mit Hinweis auf fehlende Reservierungs- und Kundenbindungssysteme zurückgefahren. Eine Cargo-Allianz nach Vorbild der Passage mache keinen Sinn, hieß es damals.

Zur 1997 gegründeten «Star Alliance» gehören unter anderen die Fluggesellschaften United und Singapore Airlines. Die Allianz habe in wichtigen Märkten bereits die kartellrechtlichen Freigaben auch für die Fracht, erklärte Garnadt. Der Lufthansa biete der geplante Fracht-Pakt die Möglichkeit, den Kunden ein deutlich größeres Streckennetz anzubieten.  

Im vergangenen Herbst verhängten die EU-Wettbewerbshüter wegen Preisabsprachen im Luftfrachtgeschäft eine Millionenbuße gegen zwölf international agierende Fluggesellschaften. Bei den Absprachen ging es von 1999 an um die Höhe von Kerosinzuschlägen, die von vielen Fluggesellschaften wegen der Ölpreissteigerungen erhoben wurden. Später führten die Airlines dann auch einen «Sicherheitszuschlag» ein. Die Absprachen dauerten bis Anfang 2006. Die Deutsche Lufthansa hatte die Verstöße bei den Wettbewerbshütern gemeldet und wurde deswegen nicht zur Kasse gebeten.

Von: dpa-AFX, dapd
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