Lufthansa leidet massiv unter Pilotenstreik

02.04.2014 - 16:12 0 Kommentare

Abgesagte Flüge, Feldbetten im Transitbereich, Verpflegungsstationen für Passagiere - Für drei Tage ist der Ausstand der Lufthansa-Piloten angesetzt. Mit einer schnellen Einigung rechnet die Fluglinie nicht.

Piloten der Lufthansa protestieren während eines Streiks am 2. April 2014 vor dem Flughafen von Frankfurt.

Piloten der Lufthansa protestieren während eines Streiks am 2. April 2014 vor dem Flughafen von Frankfurt.
© dpa - Boris Roessler

Piloten der Lufthansa protestieren während eines Streiks am 2. April 2014 vor dem Flughafen von Frankfurt.

Piloten der Lufthansa protestieren während eines Streiks am 2. April 2014 vor dem Flughafen von Frankfurt.
© dpa - Boris Roessler

Zahlreiche Lufthansa-Flüge werden am 2. April 2014 auf einer Anzeigetafel im Flughafen von Frankfurt als annulliert angezeigt.

Zahlreiche Lufthansa-Flüge werden am 2. April 2014 auf einer Anzeigetafel im Flughafen von Frankfurt als annulliert angezeigt.
© dpa - Boris Roessler

Passagiere warten im Flughafen von Frankfurt am Main unter einem Monitor, auf dem über den Lufthansa-Streik informiert wird.

Passagiere warten im Flughafen von Frankfurt am Main unter einem Monitor, auf dem über den Lufthansa-Streik informiert wird.
© dpa - Boris Roessler

Lufthansa-Absperrband hängt vor den Schaltern auf dem Flughafen in Hamburg.

Lufthansa-Absperrband hängt vor den Schaltern auf dem Flughafen in Hamburg.
© dpa - Maja Hitij

Fluggäste stehen auf dem Flughafen Berlin-Tegel vor einer Anzeigetafel.

Fluggäste stehen auf dem Flughafen Berlin-Tegel vor einer Anzeigetafel.
© dpa - Kay Nietfeld

Feldbetten stehen am Flughafen von Frankfurt am Main bereit.

Feldbetten stehen am Flughafen von Frankfurt am Main bereit.
© dpa - Boris Roessler

Wegen des Pilotenstreiks bei der Lufthansa sind zahlreiche Passagiere - so wie hier in Hamburg - auf die Bahn umgestiegen.

Wegen des Pilotenstreiks bei der Lufthansa sind zahlreiche Passagiere - so wie hier in Hamburg - auf die Bahn umgestiegen.
© dpa - Bodo Marks

Passagiere schlafen im Flughafen von Frankfurt am Main und warten auf ihren Flug.

Passagiere schlafen im Flughafen von Frankfurt am Main und warten auf ihren Flug.
© dpa - Boris Roessler

Nahezu menschenleer ist die Senator-Lounge der Lufthansa am 2. April 2014 auf dem Flughafen von Frankfurt am Main.

Nahezu menschenleer ist die Senator-Lounge der Lufthansa am 2. April 2014 auf dem Flughafen von Frankfurt am Main.
© dpa - Boris Roessler

Eine Frau geht am  2. April 2014 am Flughafen Heathrow in London an einer Hinweistafel der Lufthansa vorbei, an der eine Liste mit Flügen angebracht ist, die durchgeführt werden.

Eine Frau geht am 2. April 2014 am Flughafen Heathrow in London an einer Hinweistafel der Lufthansa vorbei, an der eine Liste mit Flügen angebracht ist, die durchgeführt werden.
© dpa - Andreas Gebert

Geschlossen sind diese Geschäfte im Transitbereich auf dem Flughafen von Frankfurt am Main.

Geschlossen sind diese Geschäfte im Transitbereich auf dem Flughafen von Frankfurt am Main.
© dpa - Boris Roessler

Die Lufthansa hat den Streik ihrer Piloten am ersten Tag deutlich zu spüren bekommen. Allein am Frankfurter Flughafen seien 43 Lufthansa-Maschinen am Boden geblieben, sagte der Leiter des Lufthansa-Krisenzentrums, Werner Knorr, am Mittwoch in Frankfurt. Im Ausland seien 112 Flieger nicht gestartet.

Lufthansa hat für die Streiktage bis einschließlich Freitag rund 3800 Flüge abgesagt und kann nur etwa 500 Verbindungen mit Jets nicht bestreikter Tochterfirmen anbieten. Zwischen 80 und 100 freiwillige Piloten seien im Einsatz, sagte Knorr. Hinzu kämen noch einige Manager mit Pilotenschein.

In Frankfurt konnten am Mittwoch 42 Europaflüge starten, zudem sollten fünf Interkontinental-Maschinen abheben. «Wir halten das Drehkreuz kontrolliert an, um die Streikauswirkungen möglichst nur auf die drei Streiktage zu beschränken», sagte Knorr. Auch nach dem Streik seien noch «leichte Anpassungen» am Flugplan zu erwarten.

Betroffen sind insgesamt rund 425.000 Fluggäste, denen verschiedene Umbuchmöglichkeiten angeboten wurden. Passagiere, die nicht weiterbefördert werden könnten, bekämen ein Hotelzimmer, sagte der Frankfurter Stationsleiter der Lufthansa, Andreas Döpper.

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Am Flughafen München hoben nur einzelne Maschinen der Lufthansa am Mittwochmorgen ab, die meisten Flüge von und nach München fielen aus. Statt Chaos herrschte jedoch Ruhe: «Es läuft alles sehr geordnet», sagte ein Lufthansa-Sprecher.

Auch auf dem Flughafen Berlin-Tegel hat es trotz des Pilotenstreiks kein Chaos gegeben. «Es werden drei ruhige Tage», sagte Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber. Die Fluggäste seien auf den Ausstand vorbereitet. Auch ein Ansturm auf die Deutsche Bahn blieb aus. «Es stehen aber Sonderzüge bereit, wenn die normalen Züge überlastet sein sollten», sagte eine Bahnsprecherin. Am Mittwoch, Donnerstag und Freitag fallen in Tegel je 130 Flüge aus, wie Flughafensprecher Lars Wagner ankündigte. Betroffen sind an den drei Tagen insgesamt rund 50.000 Fluggäste.

© dpa Lesen Sie auch: Streikwillige Piloten legen sich mit Lufthansa-Eignern an

In Düsseldorf hat die Lufthansa rund drei Viertel der 140 Ankünfte und Abflüge gestrichen. Vor den Schaltern sei es nahezu menschenleer, sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Airports. In Köln/Bonn sollten es laut Internetseite des Flughafens am Mittwoch nur 36 von 153 geplanten Starts und Landungen von Lufthansa und ihrer Tochtergesellschaft Germanwings geben. Auch in Münster-Osnabrück und Dortmund werden nach Angaben von Flughafen-Sprechern Verbindungen gestrichen.

An sächsischen Flughäfen sind am Mittwoch 28 Inlands-Verbindungen ausgefallen. Zusätzlich zu den angekündigten Streichungen von und nach München, Frankfurt/Main, Köln-Bonn, Stuttgart und Düsseldorf seien keine Flüge betroffen gewesen, sagte ein Sprecher des Dresdner Flughafens. «Die meisten Kunden haben sich auf die Streiks eingestellt und rechtzeitig umgebucht oder storniert.» Da weder Dresden noch Leipzig wichtige Umsteigedrehkreuze sind, saßen den Flughafen-Sprechern zufolge auch keine Passagiere fest.

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Logistische Kraftanstrengung

Der Streik ist für die Lufthansa eine logistische Kraftanstrengung. Über 100 Flugzeuge stehen an ausländischen Flughäfen, um am Samstag den Betrieb schnellstmöglich wieder normal aufnehmen zu können. Deshalb halten dort auch bis zu 1800 Besatzungsmitglieder auf. Rund 10.000 Mitglieder des Kabinenpersonals sind laut Lufthansa insgesamt vom Streik betroffen. Dienstpläne mussten demnach umgestellt und Flugrouten verändert werden.

Damit ein Teil der Passagiere doch noch ans Ziel kommt, spannt die Lufthansa nach eigenen Angaben nicht nur die Töchter Swiss und Austrian Airlines und die Partnerfluggesellschaften der Star Alliance ein. Auch auf die Konkurrenz würden Passagiere umgebucht, erklärte die Lufthansa. Zudem können Kunden auf Deutschland-Verbindungen ihre Tickets in Bahnfahrkarten umtauschen.

Die Lufthansa rechnet nach Worten von Konzernsprecherin Barbara Schädler nicht mit einer zügigen Einigung in den Verhandlungen mit ihren streikenden Piloten. «Wir sind ständig gesprächsbereit. Wir glauben, dass wir Angebote vorgelegt haben, auf deren Basis man miteinander sprechen kann», sagte Schädler am Mittwoch.

Die Pilotengewerkschaft «Vereinigung Cockpit» hatte die rund 5400 Kapitäne und Co-Piloten zu dem Streik aufgerufen, der um Mitternacht begann. Anlass der Aktion sind die von Lufthansa einseitig gekündigten Übergangsrenten, die den Piloten bislang ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf ermöglichten.

Von: dpa, AFP
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