Lufthansa und Piloten wollen wieder verhandeln

11.09.2015 - 09:50 0 Kommentare

Der Pilotenstreik ist juristisch gestoppt. Jetzt wollen Lufthansa und die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit wieder miteinander verhandeln. Derweil treibt die Airline die Schadenersatzklage voran.

Ein Lufthansa-Pilot beim Check-in. - © © dpa - Valentin Gensch

Ein Lufthansa-Pilot beim Check-in. © dpa /Valentin Gensch

Nach dem gestoppten Pilotenstreik bei der Lufthansa wollen beide Seiten wieder Gespräche aufnehmen. Die Lufthansa prüfe derzeit, ob einer der von der Vereinigung Cockpit angebotenen Termine für ihre Tarifkommission in Frage komme, sagte eine Unternehmenssprecherin jetzt in Frankfurt am Main. Die Bereitschaft der Unternehmensführung sei grundsätzlich da. Die Lufthansa habe immer wieder betont, dass sie "lieber früher als später" an den Verhandlungstisch zurückkehre, sagte die Sprecherin.

Das Hessische Landesarbeitsgericht in Frankfurt am Main hatte am Mittwoch einen erneuten Pilotenstreik bei der Lufthansa gestoppt. Dennoch mussten 1000 Verbindungen gestrichen werden, da die Fluggesellschaft an dem nach der Streikankündigung erstellten Sonderflugplan festhielt. Am Dienstag war wegen des Streiks bereits jeder zweite der rund 170 Langstreckenflüge ausgefallen.

Piloten dürfen nicht wegen Eurowings-Strategie streiken

Die Richter erklärten den Streik für rechtswidrig, weil die Piloten auch wegen einer Mitbestimmung bei dem Eurowings-Sparkonzept gestreikt hätten. Dies sei aber kein tariflich regelbares Ziel der Gewerkschaft.

Die Lufthansa will im Konkurrenzkampf mit den Wettbewerbern auf mehr Strecken Billigflüge anbieten. Das Personal von der neuen Eurowings soll nicht nach den Lufthansa-Tarifen bezahlt werden, sondern schlechter. Die Kosten für die sogenannte Übergangsversorgung der Piloten will die Lufthansa künftig nicht mehr übernehmen und die Altersgrenze dafür erhöhen.

Lufthansa verklagt Pilotengewerkschaft

Lufthansa bekräftigte, dass man nach der Entscheidung eine Schadenersatzklage gegen die VC auch für diese Streikrunde prüfe. Dazu sei man gegenüber den Aktionären verpflichtet. Eine ähnliche Klage über 60 Millionen Euro sei bereits wegen der ersten Streikrunde über drei Tage im April 2014 beim Arbeitsgericht Frankfurt eingereicht worden, erklärte ein Sprecher.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Lufthansa verlangt von Piloten Schadenersatz in Millionenhöhe

Die Schadenshöhe der am Mittwoch abgebrochenen 13. Streikrunde hat Lufthansa noch nicht beziffert. Nach den Erfahrungen aus den vorangegangenen Pilotenstreiks könnten erneut über 30 Millionen Euro zusammenkommen.

Alle Meldungen zum Lufthansa-Pilotenstreik.

Von: ch, AFP, dpa-AFX
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