Lufthansa und Piloten nähern sich einander an

17.05.2016 - 15:07 0 Kommentare

Im Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und ihren Piloten nähern sich beide Seiten an. Nach Zugeständnissen sollen in den nächsten Wochen alle offenen Fragen besprochen werden. Neue Streiks sind damit vorerst vom Tisch.

Ein Mann hält seine Pilotenmütze mit dem Lufhansa-Emblem in der Hand.  - © © dpa - Boris Roessler

Ein Mann hält seine Pilotenmütze mit dem Lufhansa-Emblem in der Hand. © dpa /Boris Roessler

In die Tarifverhandlungen zwischen der Lufthansa und den Piloten der Airline kommt Bewegung und gleichzeitig Ruhe: Alle offenen Fragen sollen in den nächsten Wochen besprochen werden - weitere Pilotenstreiks sind damit vorerst vom Tisch. Bis Ende Juli sollen die Verhandlungen laufen, Ziel sind entscheidende Fortschritte oder sogar Tarifabschlüsse.

Das geht aus einem internen Schreiben an die Piloten hervor, das von Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens und Ilja Schulz, Präsident der Pilotenvertretung Vereinigung Cockpit (VC), unterzeichnet wurde und airliners.de vorliegt.

Beide Parteien sind demnach bereits aufeinander zugegangen. So habe die Lufthansa angeboten, den Piloten wieder Perspektiven im Konzern zu schaffen. Bei der Lufthansa-Kerngesellschaft besteht derzeit ein faktischer Einstellungsstopp, weil dem Unternehmen die Kostenstruktur des dort geltenden Konzerntarifvertrags zu teuer ist.

Im Umkehrschluss zeigte sich die VC zu "Anpassungen der Kostenstruktur" bereit, heißt es in dem Schreiben, das dieser Tage an das Cockpitpersonal ging. Zu weiteren Details hielten sich beide Seiten zurück. "Wenn Sie nichts von uns hören, ist dies ein gutes Zeichen", schrieben die VC-Verhandler in einer Mitteilung an die Piloten der Lufthansa.

© dpa, Valentin Gensch Lesen Sie auch: Lufthansa-Crews warnen vor Personalengpässen

Der Tarifkonflikt zwischen der Lufthansa und ihren Piloten dauert nun schon mehr als zwei Jahre an. Seit April 2014 rief die VC bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings zu 13 Streiks auf, einen sagte sie kurzfristig wieder ab.

Der Streit zwischen der Kranich-Airline und ihren Cockpitbesatzungen ist nicht die einzige Baustelle für den Konzern. Beispielsweise hatte er erst unlängst einseitig einen Tarifvertrag über den weitgehenden Kündigungsschutz langjähriger Bodenmitarbeiter gekündigt. Die Gewerkschaft Verdi kündigte prompt Widerstand an. Auch mit den Flugbegleitern ist der Tarifstreit noch nicht komplett beigelegt. Offene Spezialfragen zu deren Arbeitsorganisation der Flugbegleiter sollen in einer Schlichtung bis zum 30. Juni geklärt werden.

Alle Meldungen zum Lufthansa-Pilotenstreik.

Von: gk
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