Vereinigung Cockpit sagt Streik der Piloten ab

15.09.2014 - 20:33 0 Kommentare

Die Vereinigung Cockpit hat den für Dienstag bei der Lufthansa geplanten Streik überraschend abgesagt. Nun soll wieder verhandelt werden.

Flugzeuge der Lufthansa parken auf dem Flughafen in Frankfurt am Main. - © © dpa - Fredrik von Erichsen

Flugzeuge der Lufthansa parken auf dem Flughafen in Frankfurt am Main. © dpa /Fredrik von Erichsen

Die Vereinigung Cockpit hat überraschend den für Dienstag angekündigten Streik der Lufthansa-Piloten am Frankfurter Flughafen abgesagt. Die Pilotengewerkschaft begründete das am Montagabend damit, sie peile neue Gespräche mit der Airline an. Die Lufthansa-Geschäftsleitung habe der Vereinigung Cockpit veränderte Forderungen zur Übergangsversorgung übermittelt. Die Tarifkommission der Pilotengewerkschaft habe daraufhin noch für diese Woche neue Gesprächstermine angeboten.

Die Vereinigung Cockpit betonte, jederzeit einigungsbereit zu sein. «Ob es gelingt, die Arbeitskampfmaßnahmen dauerhaft abzuwenden, ist derzeit noch nicht absehbar», hieß es weiter.

Lufthansa wollte die ursprünglich angekündigte Arbeitsniederlegung, die zwischen 9.00 und 17.00 Uhr Langstreckenflüge treffen sollte, ins Leere laufen lassen und sämtliche 40 Verbindungen anbieten. Lufthansa hatte bereits an vorangegangenen Streiktagen Management-Piloten und Freiwillige in ungenannter Zahl eingesetzt.

Zuvor hatte die Lufthansa ihr Angebot konkretisiert und veröffentlicht. Die Altersgrenze für den Frühruhestand soll individuell anhand der Dienstjahre eines Piloten festgelegt werden, wie die Lufthansa am Montag mitteilte. Stichtag sei der 1. Januar 2014. Für jedes Jahr, das zu dem Zeitpunkt zum Erreichen von 30 Dienstjahren fehle, verschiebe sich der frühestmögliche Termin um zwei Monate. Mitarbeiter, die bereits 30 Jahre oder länger bei der Lufthansa arbeiteten, könnten wie bisher mit 55 Jahren aus dem Flugdienst ausscheiden.

Ziel der Neuregelung sei es, die Altersgrenze für Piloten der Lufthansa Passage für den Frühruhestand schrittweise von 55 auf 60 Jahre anzuheben, erklärte der Konzern. Für Piloten bei Lufthansa Cargo und Germanwings gelte diese bereits. Die Berücksichtigung der Dienstjahre biete einen "umfangreichen Vertrauensschutz für dienstältere Mitarbeiter".

Altersgrenze soll angehoben werden

Die bisherige Übergangsversorgung erlaubt es Piloten, ab dem Alter von 55 Jahren in den bezahlten Frühruhestand zu gehen. Laut Lufthansa liegt das durchschnittliche Alter, in dem Flugkapitäne bei Lufthansa Passage aus dem Dienst ausscheiden, derzeit bei 58 Jahren. Dieses solle bis 2021 auf 61 Jahre angehoben werden. Bis 2023 solle jeder Mitarbeiter - wenn nötig - maximal ein Jahr länger als von ihm gewünscht arbeiten müssen, um das durchschnittliche Ausscheidealter anzuheben.

"Alle Piloten" könnten auch in Zukunft "vorzeitig aus dem Berufsleben" ausscheiden, teilte der Konzern mit. Für sämtliche Piloten, die bereits vor dem 1. Januar 2014 für die Lufthansa, Lufthansa Cargo oder die Billigtochter Germanwings tätig gewesen seien, solle die Übergangsregelung "auf dem bisherigen Versorgungsniveau erhalten bleiben". Zur Frage der Finanzierung der Übergangsversorgung für die neuen Mitarbeiter habe die Lufthansa der Vereinigung Cockpit Gespräche angeboten.

Härteste Tarifauseinandersetzung in der Lufthansa-Geschichte

Der für Dienstag angekündigte Streik wäre bereits die fünfte Welle in der härtesten Tarifauseinandersetzung der Lufthansa-Geschichte gewesen. Am vergangenen Mittwoch erst hatte die VC das nach Frankfurt das zweitgrößte Drehkreuz der Lufthansa in München bestreikt und 140 Europa-Flüge ausfallen lassen. Seit April hat die VC in vier Streikwellen bei Lufthansa und ihrer Tochter Germanwings rund 4300 Flüge ausfallen lassen und die Reisepläne von über 480.000 Menschen durcheinandergebracht. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte hingegen gesagt, aus seiner Sicht griffen die Streiks nicht so wie geplant.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Mehrheit hat laut Umfrage kein Verständnis für Sparten-Streiks

Von: dpa, AFP, airliners.de
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