Lufthansa-Piloten erklären Verhandlungen für gescheitert

25.09.2014 - 12:22 0 Kommentare

Bei der Lufthansa drohen ab sofort wieder Streiks der Piloten. Sie hatten die jüngsten Verhandlungen zu den Übergangsrenten zuvor als gescheitert erklärt und dem Lufthansa-Management die Schuld dafür gegeben.

Lufthansa-Absperrband hängt vor den Schaltern auf dem Flughafen in Hamburg. - © © dpa - Maja Hitij

Lufthansa-Absperrband hängt vor den Schaltern auf dem Flughafen in Hamburg. © dpa /Maja Hitij

Die Tarifverhandlungen zwischen Lufthansa und ihren Piloten sind erneut gescheitert. «Ab sofort ist deshalb mit weiteren Arbeitskampfmaßnahmen zu rechnen», teilte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Donnerstag mit. Die gerade wieder aufgenommenen Verhandlungen mit der Fluggesellschaft über die Neuregelung der Übergangsrenten seien ergebnislos abgebrochen worden. Die VC warf dem Lufthansa-Management vor, seine Forderungen verschärft und damit den Konflikt eskaliert zu haben. Die Lufthansa appellierte an die Piloten, von Streiks abzusehen.

In dem Tarifstreit geht es um die künftigen Übergangsrenten für 5400 Piloten und Co-Piloten der Fluggesellschaften Lufthansa, Lufthansa-Cargo und Germanwings. Die Lufthansa hat die bisherigen Regeln zum Jahresende 2013 gekündigt.

Die Lufthansa rief die Vereinigung Cockpit auf, von weiteren Streiks abzusehen. Das Unternehmen habe Kompromissbereitschaft gezeigt und Gespräche zu strittigen Punkten angeboten, erklärte ein Sprecher am Donnerstag in Frankfurt.

Wegen Streiks fielen bereits Tausende Flüge aus

Die VC hat in bislang vier Streikwellen 4300 Flügen mit rund 480.000 betroffenen Passagieren ausfallen lassen. Eine fünfte Welle war am Montag vergangener Woche abgesagt worden, nachdem Lufthansa ein modifiziertes Angebot vorgelegt hatte. Darüber sei an mehreren Tagen verhandelt worden, teilte die VC mit. Die Lufthansa habe «noch weitere Verschlechterungen» gefordert. Es sei «kein ernsthafter Wille» des Managements zu einer Lösung erkennbar.

Der Konzern verweigere nach wie vor einen einheitlichen Tarifvertrag für die Übergangsversorgung. «Die massiven Forderungen des Managements wurden sogar noch ausgebaut», teilte VC mit. Neue Vorschläge zur Teilzeitarbeit müssten als «familienfeindlich» angesehen werden.

„Die VC hat uns in den Gesprächen der letzten Tage lediglich aufgefordert, ein unterschriftsreifes, neues Angebot vorzulegen. Mit dem partnerschaftlichen Erarbeiten von dringend benötigten Lösungen hat das nichts zu tun“, teilte Bettina Volkens, Lufthansa-Vorstand Personal und Recht, mit. Das Unternehmen stehe, wie in den vergangenen Monaten, jederzeit für Verhandlungen zur Verfügung, in der aber beide Seiten ihre Kompromissbereitschaft zeigen müssten.

© dpa, Arne Dedert Lesen Sie auch: Lufthansa-Chef Spohr will sich nicht von Streiks bremsen lassen

Über die neuen Streiks will die Gewerkschaft jeweils vorher die Öffentlichkeit informieren. Anfang vergangener Woche hatte die Vereinigung Cockpit (VC) Streiks überraschend abgesagt, um neuerliche Verhandlungen aufzunehmen. Allerdings hatte Lufthansa zuvor angekündigt, alle 40 vom Streik bedrohten Überseeflüge auch ohne VC-Piloten durchführen zu können. Die fünfte Streikwelle wäre damit ins Leere gelaufen.

Von: dpa, airliners.de
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