Lufthansa-Piloten kündigen neuen Streik in Frankfurt an

29.09.2014 - 09:34 0 Kommentare

Die Pilotengewerkschaft Cockpit bestreikt am Dienstag Langstreckenflüge der Lufthansa am Drehkreuz Frankfurt. Unabhängig vom aktuellen Tarifkonflikt prüft die Kranich-Airline derzeit den Einsatz externer Piloten auf Langstrecken.

Ein Flugzeug der Lufthansa fliegt am Flughafen in Frankfurt am Main hinter einem Einfahrt-Verboten-Schild entlang.  - © © dpa - Fredrik von Erichsen

Ein Flugzeug der Lufthansa fliegt am Flughafen in Frankfurt am Main hinter einem Einfahrt-Verboten-Schild entlang. © dpa /Fredrik von Erichsen

Es ist bereits die fünfte Streikwelle: Lufthansa-Piloten wollen am Dienstag am größten deutschen Flughafen in Frankfurt die Arbeit niederlegen. Zwischen 8.00 und 23.00 Uhr sollen keine Langstreckenflüge starten, wie die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Montagmorgen mitteilte. Betroffen seien Flüge mit den Langstreckenjets Airbus A380, Boeing B747, Airbus A330 un Airbus A340.

Die Lufthansa annullierte für Dienstag 25 Langstreckenabflüge ab Frankfurt. Im Flugplan waren laut einer Mitteilung der Fluggesellschaft insgesamt 57 Interkontinentalflüge ab Frankfurt vorgesehen, von denen 32 voraussichtlich verkehren können. Von diesen werden 26 durch freiwillige Piloten geflogen. Zwei Abflüge werden zeitlich vorgezogen, vier auf Mittwoch verschoben. Das Münchner Lufthansa-Drehkreuz wird nicht von dem Streik betroffen sein, auch Flüge von und nach Düsseldorf sowie Kurz- und Mittelstreckenflüge verkehren planmäßig, hieß es weiter.

Hintergrund ist der festgefahrene Tarifkonflikt um die Versorgung von rund 5400 Lufthansa-Piloten beim Übergang in den Ruhestand. «Da das Lufthansa-Management auch weiterhin kein kompromissfähiges Angebot vorgelegt hat, sehen wir uns zu diesen weiteren Maßnahmen gezwungen», teilte VC mit. Man sei aber weiterhin jederzeit einigungsbereit, um Streiks abzuwenden.

Die VC hat bereits bei vier Streikwellen 4300 Flüge ausfallen lassen, Hunderttausende Reisende waren betroffen.

Bruch einer jahrzehntealten Konzerntradition

Am Wochenende war bekanntgeworden, dass die Lufthansa aus Spargründen den Einsatz externer Piloten auf Langstrecken prüft. Einen ersten Versuch wolle Airline-Chef Carsten Spohr von November 2015 an starten, berichtete der «Spiegel». Maschinen vom Typ Airbus A340 würden an die Schweizer Fluggesellschaft PrivatAir verliehen und samt eidgenössischem Cockpit-Personal zurückgemietet, um auf touristisch geprägten Langstrecken zu fliegen.

Mit diesem Bruch einer jahrzehntealten Konzerntradition könnten touristische Ziele wie Las Vegas oder Mauritius unter der Marke "Lufthansa" kostengünstiger angeflogen werden. Eine Lufthansa-Sprecherin sagte am Sonntag der dpa: «Es ist richtig, dass wir alternative Bereederungsmöglichkeiten für unsere 14 Airbus A340-300 prüfen.» Weitere Details nannte sie nicht.

Ausflaggung auch bei neuem Langstrecken-Billigableger geplant

Auch bei der separat geplanten neuen Billig-Langstreckenairline erwägt Lufthansa eine Ausflaggung der Crew. Möglicherweise soll dabei mit der türkischen SunExpress zusammengearbeitet werden, hatte die Lufthansa bei der Vorstellung ihrer unter dem Projektnamen "Jump" laufenden Plänen für eine Neuausrichtung der Langstreckenverkehre vor dem Aufsichtsrat mitgeteilt.

© Lufthansa, Ingrid Friedl Lesen Sie auch: Lufthansa konkretisiert Pläne für preiswerte Langstreckenflüge

VC-Sprecher Handwerg bestätigte, dass der geplante Schritt nicht gegen gültige Tarifverträge verstoße. Allerdings könnten sich dann Kunden nicht mehr darauf verlassen, dass in einem Lufthansa-Cockpit auch tatsächlich Lufthansa-Piloten säßen. Das wäre ein Novum, sagte Handwerg. «Wir bedauern, dass man so vorgeht.»

Alle Artikel zum Lufthansa-Pilotenstreik 2014.

Von: dpa, airliners.de
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