Lufthansa verlangt von Piloten Schadenersatz in Millionenhöhe

08.09.2015 - 15:17 0 Kommentare

Der Streit spitzt sich zu: Die Lufthansa will die streikenden Piloten auf Schadenersatz verklagen. Es geht um eine Summe in Höhe von 60 Millionen Euro.

Die Lufthansa zieht vor Gericht und fordert Schadenersatz von den Piloten. - © © dpa - Frank Rumpenhorst

Die Lufthansa zieht vor Gericht und fordert Schadenersatz von den Piloten. © dpa /Frank Rumpenhorst

Im Tarifkonflikt mit ihren Piloten greift die Lufthansa zu juristischen Mitteln. Das Unternehmen werde die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) auf 60 Millionen Euro Schadenersatz verklagen, wie es jetzt in Frankfurt ankündigte.

Die Piloten hätten bei der ersten Runde im April 2014 nicht rechtmäßig gestreikt, weil damals zumindest bei der Tochtergesellschaft Lufthansa Cargo der angegriffene Tarifvertrag noch gültig gewesen sei, erklärte der Konzern. Eine entsprechende Klage werde man einlegen.

Lufthansa scheitert mit einstweiliger Verfügung

Derweil kann der aktuelle Pilotenstreik vorerst weitergehen. Das entschieden sowohl das Arbeitsgericht in Frankfurt am Main als auch in Köln am Dienstagabend in erster Instanz. Der Ausstand sei nicht unverhältnismäßig. Beide Gerichte wiesen damit einen Antrag der Fluggesellschaft auf Aussetzung ab.

Nun geht es nach Lufthansa-Angaben in die Berufung. Die Streiks würden die Kunden des Unternehmens erneut in unzumutbarer Art und Weise belasten. Das Unternehmen sei immer auf die Gewerkschaft zugegangen und habe dabei zu jedem offenen Tarifthema konkrete Vorschläge gemacht - sogar bei Themen, "die über den Zuständigkeitsbereich der Konzerntarifkommission der VC weit hinausgehen", hatte Lufthansa zuvor bereits in einem Schreiben mitgeteilt.

Zudem wiederholte das Management, dass zu den aktuellen Bedingungen des Konzerntarifvertrags kein Pilot mehr eingestellt werde, weil die Kosten nicht wettbewerbsfähig seien. Wegen der natürlichen Fluktuation werden daher die Flotten der betroffenen Airlines Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings schrumpfen. Den Bestandspiloten sichert die Lufthansa ihre Besitzstände zu. Sie werden auch künftig ihren Arbeitsplatz im Konzern behalten.

13. Streikwelle der Piloten läuft

Im Tarifstreit der rund 5400 Piloten im Lufthansa-Konzerntarifvertrag (KTV) geht es nicht nur um Gehalt oder Betriebsrenten, auch wenn letztere der offizielle Anlass für die Streiks sind. Die Gewerkschaft will den ungebremsten Ausbau der Lufthansa-Billigschiene "Eurowings" verhindern, unter deren Dach etliche Fluggesellschaften mit weit geringer bezahlten Piloten agieren können.

© dpa, Fredrik von Erichsen Lesen Sie auch: Lufthansa-Piloten streiken und weiten Arbeitskampf aus

Die Piloten hatten erst kürzlich die Verhandlungen für gescheitert erklärt und die 13. Streikwelle gestartet. Derzeit sind die Langstrecken- und reinen Frachtflüge dran. Am Mittwoch sollen die Kurz- und Mittelstrecken bestreikt werden. Cockpit erklärte unter anderem, die Gesprächsangebote der Lufthansa hätten "auf den ersten Blick vielversprechend" geklungen, die Inhalte seien jedoch "substanzlos" gewesen.

Alle Meldungen zum Lufthansa-Pilotenstreik.

Von: dh, ch, dpa
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