Streiks sind für Lufthansa-Piloten wieder eine Option

15.08.2016 - 12:15 0 Kommentare

Zwischen der Lufthansa und derPilotengewerkschaft VC herrscht wieder Funkstille. Neue Streiks stehen zwar nicht unmittelbar bevor, sind aber für die Gewerkschaft wieder eine Option.

Zwei Piloten sitzen auf dem Flughafen in Hamburg im Cockpit eines Lufthansa-Airbus A380.  - © © dpa - Daniel Reinhardt

Zwei Piloten sitzen auf dem Flughafen in Hamburg im Cockpit eines Lufthansa-Airbus A380. © dpa /Daniel Reinhardt

Nach dem Abbruch der Piloten-Tarifgespräche bei der Lufthansa stehen Streiks nicht unmittelbar bevor. Das Unternehmen wie auch die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) versicherten am Montag in Frankfurt, weiterhin gesprächsbereit zu sein. Man werde alles daran setzen, die Gespräche fortzusetzen, erklärte eine Lufthansa-Sprecherin in Frankfurt. Einen konkreten Termin nannte sie aber nicht.

Die Tarifkommission der VC hatte dem Unternehmen vorgeworfen, sich am Verhandlungstisch von bereits erzielten Zwischenständen wieder distanziert zu haben. Am Freitag hatte die Kommission den VC-Mitgliedern mitgeteilt, dass man keinen Sinn in weiteren Gesprächen mehr erkennen könne. Intern wurde das als "Warnschuss" an den Vorstand interpretiert.

Einem erneuten Streik der Piloten - es würde sich um die 14. Arbeitsniederlegung in diesem Konflikt handeln - müssten zunächst weitere offizielle Tarifverhandlungen vorausgehen. Das war bislang mit den internen Gesprächen bewusst vermieden worden. Die Wiederaufnahme der Tarifverhandlungen sei nun eine von mehreren Optionen, die geprüft würden, erklärte dazu VC-Sprecher Markus Wahl. Die Piloten seien weiter bereit, ihren Teil zu leisten, um die Wettbewerbsfähigkeit der Lufthansa zu verbessern.

Verhandlungen hinter verschlossenen Türen

Seit mehreren Wochen hatten Cockpit und Lufthansa hinter verschlossenen Türen verhandelt. Dabei ging es um Themen wie die Übergangsversorgung der rund 5400 Piloten von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings im Konzerntarifvertrag, Gehälter und die Sicherheit der Arbeitsplätze in Zeiten von Billigangeboten.

© dpa, Fredrik Von Erichsen Lesen Sie auch: Warum Airlines nicht mehr in die Ausbildung von Nachwuchspiloten investieren

Einer der Hauptstreitpunkte war die Übergangsversorgung der Flugzeuglenker. Lufthansa wollte erreichen, dass die Piloten später als derzeit in den Vorruhestand gehen. Bislang war die Frührente mit 60 Prozent der Grundbezüge im Einzelfall bereits mit 55 Jahren möglich, wenn sämtliche neu eintretenden Vorruheständler zusammen einen Altersschnitt von 58 Jahren erreichten.

Regeln einseitig gekündigt

Lufthansa hatte die Regeln dazu zum Jahresende 2013 einseitig gekündigt. Der Konflikt war daraufhin eskaliert. Der Vergütungstarifvertrag ist bereits seit dem Frühjahr 2012 offen.

Lufthansa-Piloten hatten in dem Konflikt bis in den vergangenen Spätsommer hinein 13 Mal zeitweise die Arbeit niedergelegt. Nach einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Hessen war am 9. September der vorerst letzte Pilotenstreik bei der Lufthansa abgebrochen worden.

Das Gericht urteilte, die Gewerkschaft habe mit ihrem Streik auch Ziele verfolgt, die bei Verhandlungen über Tarifverträge gar nicht erreicht werden könnten. Dabei ging es um Kritik am Billigkonzept bei der Lufthansa-Tochter Eurowings.

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Von: dpa-AFX, dpa, gk
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