Lufthansa und Piloten nehmen Gespräche wieder auf

05.08.2015 - 12:44 0 Kommentare

Die Lufthansa und ihre Piloten nähern sich im aktuellen Tarifkonflikt an. Ein Abschluss der Gespräche vor dem 1. September sei allerdings "nicht realistisch", so Lufthansa-Chef Spohr.

Das Logo der Lufthansa leuchtet am Flughafen in Frankfurt. - © © dpa - Fredrik von Erichsen

Das Logo der Lufthansa leuchtet am Flughafen in Frankfurt. © dpa /Fredrik von Erichsen

Die Lufthansa und die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) haben neue Gespräche aufgenommen. "Wir sind wieder im Dialog", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Dienstagabend vor Journalisten in Frankfurt am Main. Ein Abschluss der Gespräche vor dem 1. September sei allerdings "nicht realistisch".

Spohr betonte erneut, dass Eurowings eine Rolle bei der Übernahme oder engeren Kooperation mit kleineren europäischen Fluggesellschaften spielen könne. Lufthansa wolle als derzeit größter Luftverkehrskonzern Europas bei der anstehenden Konsolidierung der Branche auf dem Heimatkontinent eine aktive Rolle spielen, sagte der Vorstandsvorsitzende - ohne jedoch konkrete Kandidaten zu nennen.

Spohr: Richtige Antwort im eigenen Haus parat

Der Lufthansa-Chef rechnet auch mit einem Angriff der Billigflieger an den Lufthansa-Drehkreuzen München und Frankfurt, die bislang noch aus Kosten- und Konkurrenzgründen kaum von "Lowcost-Carriern" angeflogen werden. Dann habe man mit Eurowings die richtige Antwort im eigenen Haus parat, meinte Spohr.

Anfang Juli war das Schlichtungsverfahren zwischen den Piloten und der Lufthansa gescheitert. Zunächst sah es nach neuen Streiks der Pilotenvereinigung aus, doch Ende Juli legte die VC der Airline einen neuen Vorschlag vor. Demnach ist die Gewerkschaft bereit, ein gemeinsames Bündnis für Wachstum und Beschäftigung mitzutragen. Die VC bot der Lufthansa nach eigenen Angaben an, ein "umfangreiches Gesamtpaket" mit einem Volumen von über 400 Millionen Euro in das Bündnis einzubringen.

© dpa, Paul Zinken Lesen Sie auch: In Sachen Streiks gibt es bei der Lufthansa vorerst Entwarnung

Die Piloten sind unter anderem bereit, das durchschnittliche Alter für den Eintritt in den Ruhestand anzuheben und Forderungen nach einem neuen Vergütungstarifvertrag zunächst auszusetzen. Im Gegenzug verlangen sie von der Airline, Arbeitsplatzperspektiven für alle in Deutschland bei der Lufthansa angestellten Piloten zu garantieren und die "Vorbereitungen zum Ausflaggen der heutigen Cockpitarbeitsplätze" umgehend zu stoppen.

Die Gewerkschaft erklärte Ende Juli, sie sehe die Möglichkeit, bis zum 1. September Ergebnisse zu erzielen. Voraussetzung sei, dass die Lufthansa die Gespräche wieder aufnehme.

Alle Meldungen zum Lufthansa-Pilotenstreik.

Von: gk, dpa, AFP
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