Lufthansa-Chef Spohr will Belegschaft verjüngen

19.04.2018 - 16:49 0 Kommentare

Lufthansa wünscht sich innovationsfreudigere Mitarbeiter. Ältere Lufthanseaten sollen daher mit "attraktiven Angeboten" zum Weggang bewogen werden. Frischer Wind soll dann aus anderen Branchen kommen.

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG. - © © dpa - Arne Dedert

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG. © dpa /Arne Dedert

Die Umstrukturierung im Lufthansa-Konzern geht weiter. Nach einer Neuaufstellung des Billigflug-Geschäfts und einem neuen Logo für Lufthansa soll nun auch die Belegschaft neu aufgestellt werden, berichtet die "WirtschaftsWoche".

Das bislang recht konservative Fluggeschäft der Lufthansa solle innovativer werden. Dazu benötige Lufthansa-Chef Carsten Spohr auch "frischen Wind" in der Belegschaft. Aus dessen Sicht könne Lufthansa nur überleben, wenn die Airline einen "grundlegenden Kulturwandel" schaffe.

Für ältere Mitarbeiter bereite Arbeitsdirektorin Bettina Volkens nun ein Programm vor, das auf "attraktive Angebote" zum freiwilligen Ausscheiden setzt, schreibt das Magazin. Insgesamt sollen so rund 3200 ältere Verwaltungs-Mitarbeiter bei der Kernmarke durch jungen Nachwuchs aus anderen Branchen "ersetzt" werden.

Die Airline bestätigte die Planungen. Es werde aber keine Entlassungen geben. Die Maßnahmen würden mit den Gewerkschaften abgestimmt. Insgesamt arbeiten rund 34.000 Beschäftigte in der Lufthansa-Verwaltung.

Lufthansa setzt auf digitale Innovationen

Die neue Ausrichtung im Recruitment setze verstärkt auf Themen wie Digitalisierung, Innovation und Markenmanagement, schreibt derweil Reuters. Hintergrund sei die agilere Herangehensweise und die vielfach komplett neue Denke bei den Konkurrenten aus dem Billigflugsegment.

Dass Billigflieger in Vielerlei Hinsicht neue Impulse über den gesamten Wertschöpfungsprozess hinaus zu setzen im Stande sind, weiß Lufthansa nicht nur von ihrer eigenen Marke Eurowings.

© Eurowings, Lesen Sie auch: Eurowings will in Digitalisierung investieren

Lufthansa tüftelt dazu bereits an neuen Ideen und hat dafür unter anderem in Berlin einen Innovation Hub eingerichtet. Dabei geht es beispielsweise um individuelle Reiseversicherungen, neue Marketingstrategien wie die Zehner-Tickets bei Eurowings - und vor allem um zahlreiche Reise-Apps.

Konkurrenten wie etwa Ryanair fokussieren sich aber schon seit langer Zeit auf einen komplett digitalen Ansatz - vor allem im Vertrieb. So will Ryanair Ihre Webseite mittelfristig zum "Amazon des Reisens" ausbauen und hat dazu bereits umfangreich in Technologie-Labs investiert.

© airliners.de, Lesen Sie auch: "Wir werden das Amazon des Reisens" Interview mit Ryanair-Marketingchef

Zudem machen sich Billigflieger auf, das traditionell von Allianzen dominierte Fernreisegeschäft samt Umsteigeverbindungen durch komplett neue Ansätze anzugehen. Easyjet hat dazu beispielsweise die Plattform "Worldwide" ins Leben gerufen. Unter anderem im Zusammenspiel mit Norwegian bietet der lose Airlineverbund interkontinentale Verbindungen - ganz ohne herkömmliche Marketingtools wie Codesharings oder Interlining.

© Easyjet, Lesen Sie auch: Easyjet schmiedet weltweite "Billigflieger-Allianz"

Von: dh
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