Lufthansa peilt trotz hoher Ausgaben bessere Finanzlage an

12.05.2014 - 12:40 0 Kommentare

Die Lufthansa strebt eine höhere Eigenkapitalquote als bislang an. Auch die aktuell guten Noten bei den Ratingagenturen sollen erhalten bleiben. Eine bessere Bewertung könnte in einigen Jahren erreicht werden.

Simone Menne, Finanzvorstand der Lufthansa - © © Lufthansa - Jürgen Mai

Simone Menne, Finanzvorstand der Lufthansa © Lufthansa /Jürgen Mai

Die Lufthansa will ihre Finanzlage trotz hoher Investitionen in die Flugzeugflotte mittelfristig deutlich verbessern. Helfen soll dabei das seit 2012 laufende Spar- und Effizienzprogramm, das die Gewinne kräftig nach oben treiben soll. Finanzchefin Simone Menne peilt bessere Noten der Ratingagenturen an. Zudem soll die Eigenkapitalquote von derzeit 18 Prozent mittelfristig auf 25 Prozent steigen, wie die Managerin der "Börsen-Zeitung" sagte. Unterdessen stimmt die Entwicklung der Billigtochter Germanwings die Finanzchefin optimistischer als gedacht.

Die Verlagerung vieler Europaverbindungen von Lufthansa auf Germanwings bringt laut Menne bessere Ergebnisse als erwartet. Die Konzernspitze hatte geplant, bei Germanwings bis zum kommenden Jahr die Gewinnschwelle zu erreichen. "Jetzt haben wir die Hoffnung, diese Erwartung noch zu übertreffen", sagte Menne. Der Konzern verschiebt seit vergangenem Jahr schrittweise alle Europaflüge der Marke Lufthansa abseits der Drehkreuze Frankfurt und München zu Germanwings. Die geringeren Stückkosten der Billigtochter sollen das Geschäft auf den sogenannten dezentralen Strecken künftig dauerhaft profitabel machen.

Unterdessen will Menne trotz der anstehenden Ausgaben für neue Flugzeuge und eine bessere Ausstattung der alten Maschinen die vergleichsweise guten Noten bei den Ratingagenturen erhalten. "Die Sicherung des Ratings ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Finanzstrategie", sagte sie. "Wir sind heute eine von nur fünf Airlines weltweit mit einem Investment-Grade-Status." Nach den Großaufträgen für Airbus und Boeing soll die Nettoverschuldung von Europas größter Fluggesellschaft 2018 auf maximal vier Milliarden Euro wachsen. Die Lufthansa hatte im vergangenen Jahr rund 160 neue Mittel- und Langstreckenjets bestellt.

© juergenmai.com Lesen Sie auch: Lufthansa setzt 2014 Flotten-Modernisierung fort

Sobald der Höhepunkt des Investitionszyklus vorüber ist, peilt Menne eine bessere Bewertung durch Moody's und Standard & Poor's an. Dies könnte um das Jahr 2020 so weit sein. Die Einstufung durch Ratingagenturen ist bei der Aufnahme von neuen Schulden wichtig. Je besser die Note ist, desto günstiger ist in der Regel der Kredit. Ihren operativen Gewinn will die Lufthansa durch Einsparungen, zusätzliche Erlöse und verbesserte Abläufe bis 2015 auf 2,65 Milliarden Euro steigern. Im abgelaufenen Jahr waren es lediglich 697 Millionen Euro.

Von: dpa-AFX
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