Lufthansa schließt Geschäftsjahr 2014 mit Mini-Gewinn ab

12.03.2015 - 08:36 0 Kommentare

Die Lufthansa hat das Geschäftsjahr 2014 mit einem deutlich geringeren Gewinn abgeschlossen als das Jahr zuvor. Konzern-Chef Carsten Spohr warnt vor steigendem Wettbewerbsdruck.

Der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa, Carsten Spohr, und Finanzchefin Simone Menne. - © © dpa - Fredrik von Erichsen

Der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa, Carsten Spohr, und Finanzchefin Simone Menne. © dpa /Fredrik von Erichsen

Europas größte Airline Lufthansa hat das Jahr 2014 mit einem kleinen Gewinn abgeschlossen. Das Konzernergebnis lag mit 55 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 313 Millionen, wie die Fluggesellschaft am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte. Bereits im Februar hatte die Lufthansa nach deutscher Rechnungslegung (HGB) einen Verlust von 732 Millionen Euro gemeldet und daraufhin angekündigt, die Dividende für Aktionäre zu streichen.

"Die Zahlen für 2014 zeigen erneut, dass Beharren auf unwirtschaftlichen Strukturen keine Option für die Zukunft ist", erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr mit Blick auf die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Die Streiks der Lufthansa-Piloten und des Sicherheitspersonals belasteten das operative Ergebnis 2014 den Angaben zufolge mit 232 Millionen Euro. Insgesamt stieg das operative Konzernergebnis im Vergleich zu 2013 aber um 255 Millionen Euro auf 954 Millionen Euro an; der Umsatz blieb mit 30 Milliarden Euro im Vorjahresvergleich stabil.

In Zukunft wird laut Konzern-Chef Spohr der Wettbewerbsdruck auf die Fluggesellschaften der Lufthansa-Gruppe weiter zunehmen. Die Airline müsse die Voraussetzungen schaffen, um "wirtschaftlich wieder eine Spitzenposition" in der Branche zu erreichen.

Sinkende Ticketpreise erwartet

Im laufenden Jahr erwartet Finanzchefin Simone Menne einen weiteren Preisrutsch bei den Flugtickets. 2014 seien die Durchschnittserlöse bereits um 3,1 Prozent gesunken. Für das laufende Jahr rechne der Weltluftfahrtverband IATA mit einem Rückgang um rund 4,5 Prozent, sagte sie.

Dafür soll sich der gesunkene Kerosinpreis, die größere Zahl sparsamerer Flugzeuge und die Verbesserungen aus dem Sanierungsprogramm "Score" für die Lufthansa auszahlen. Die Treibstoffkosten sollen von 6,75 Milliarden Euro im Vorjahr auf 6,0 Milliarden sinken. Zuletzt hatte Menne jedoch nur noch mit 5,8 Milliarden gerechnet.

© dpa, Frederik von Erichsen Lesen Sie auch: Mehr als 700 Millionen Euro Verlust: Pensionen und Streiks belasten Lufthansa

Der Konzern und die Pilotengewerkschaft befinden sich in einem langwierigen Konflikt. Um dem wachsenden Konkurrenzdruck in der Luftfahrtbranche Stand zu halten, will die Lufthansa ihre Kosten drastisch senken. Dazu gehören auch Einschnitte bei den Löhnen und Vorsorgeleistungen. Unter anderem will die Lufthansa die Altersversorgung der Piloten neu regeln. Die Altersgrenze, mit der Lufthansa-Piloten bislang in den bezahlten Frühruhestand gehen und bis zur gesetzlichen Rente 60 Prozent ihrer Bezüge erhalten können, soll auf 60 Jahre angehoben werden. Künftige Piloten sollen überhaupt keine betriebliche Frührente mehr erhalten.

Gegen die Pläne wehrt sich die Pilotenvereinigung Cockpit vehement und streikte 2014 mehrfach. Zuletzt traten die Piloten der Lufthansa-Tochtergesellschaft Germanwings Mitte Februar zwei Tage lang in den Ausstand.

Alle Meldungen zum Lufthansa-Pilotenstreik.

Von: AFP, dpa-AFX
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