Verkehrszahlen 2012 Lufthansa: Mehr Passagiere, vollere Jets

10.01.2013 - 15:50 0 Kommentare

Die Lufthansa und ihre Töchter Swiss, Austrian und Germanwings haben 2012 mehr Passagiere befördert als im Vorjahr. Ein Sorgenkind des Konzerns blieb im vergangenen Jahr der Frachtverkehr.

Start eines Airbus A319 der Lufthansa am Flughafen Brüssel - © © AirTeamImages.com - Rudi Boigelot

Start eines Airbus A319 der Lufthansa am Flughafen Brüssel © AirTeamImages.com /Rudi Boigelot

Die Streiks von Flugbegleitern und Flughafenpersonal haben die Lufthansa 2012 kaum von ihrem Weg abgebracht. Ihr wegen der Konjunkturschwäche gebremster Expansionskurs bescherte Europas größter Fluggesellschaft vollere Maschinen. Während die Zahl der angebotenen Flüge sank, stiegen 103 Millionen Menschen in die Flieger der Lufthansa und ihrer Töchter Germanwings, Swiss und Austrian Airlines - mehr als ein Jahr zuvor. Dennoch blieb der Konzern hinter seinem Rekord aus dem Jahr 2011 zurück. Damals hatte er 106 Millionen Fluggäste gezählt - allerdings zusammen mit der inzwischen verkauften Tochter British Midland (BMI).

Lufthansa Passage beförderte im abgelaufenen Jahr rund 74,7 Millionen Passagiere und damit 2,4 Prozent mehr als im Jahr 2011. Einen Zuwachs verbuchten die Verkehrsgebiete Nahost/Afrika und Europa. Die Anzahl der Flüge ging um 1,3 Prozent zurück. Das Angebot von Lufthansa wurde hauptsächlich durch den Einsatz größerer Flugzeuge erhöht - insgesamt um 0,2 Prozent. Gleichzeitig gelang es dem Unternehmen, mehr als die zusätzlich angebotenen Sitzkilometer zu verkaufen. Der Absatz erhöhte sich um 1,3 Prozent, so dass sich die Auslastung der Flugzeuge um 0,8 Prozentpunkte auf 78,1 Prozent verbesserte.

Bei der Fracht zeigte die Entwicklung 2012 deutlich nach unten: Lufthansa Cargo kam auf 1,7 Millionen Tonnen Fracht und Post, ein Rückgang um 8,5 Prozent.

Dezember-Zahlen

Zusammen mit ihren Töchtern Germanwings, Swiss und Austrian Airlines (AUA) beförderte Lufthansa im Dezember 2012 knapp 7,1 Millionen Fluggäste und damit 5,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Nachfrage ging damit allerdings nicht so stark zurück wie das gekürzte Flugangebot. Die Auslastung der Maschinen verbesserte sich um 1,3 Prozentpunkte auf 77,2 Prozent.

Lufthansa Passage (mit Germanwings und Regionalmarken) beförderte im Dezember rund fünf Millionen Passagiere und somit 7,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Das Angebot wurde um 8,5 Prozent auf rund 13,5 Milliarden verfügbare Sitzkilometer reduziert. Davon konnten rund 10,3 Milliarden Kilometer am Markt abgesetzt werden (- 7,4 Prozent). Als Folge kletterte die Auslastung der Flugzeuge um 0,9 Prozentpunkte auf 76,8 Prozent.

Problemregion Europa

Mit ihrem gebremsten Wachstum im Passagiergeschäft folgt die Lufthansa dem Trend der Branche. Der angeschlagene Konkurrent Air Berlin streicht seit mehr als einem Jahr Streckennetz und Flotte zusammen, um aus den roten Zahlen zu kommen. Selbst der hochprofitable irische Billigflieger Ryanair weitet seinen Winterflugplan nicht aus und lässt wie vor einem Jahr bis zu 80 seiner rund 300 Maschinen am Boden.

Europa gilt in der weltweiten Luftfahrtbranche als Problemregion. Der Weltluftfahrtverband IATA erwartet, dass die Fluggesellschaften auf dem alten Kontinent 2012 und 2013 insgesamt geradeso die Gewinnzone erreichen. In allen anderen Weltregionen fliegt die Branche Gewinne ein.

Die Lufthansa reagiert mit einem harten Sparkurs und einer neuen Europa-Strategie auf die Konkurrenz durch Billigflieger wie Ryanair und Easyjet. Der seit Jahren defizitäre Europa-Direktverkehr abseits der Drehkreuze Frankfurt und München wird seit Anfang 2013 auf die bisherige Billigtochter Germanwings übertragen, bei der ein niedrigeres Gehaltsniveau gilt. So soll das Geschäftsfeld in die schwarzen Zahlen kommen.

Von: dpa-AFX, airliners.de mit Lufthansa
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