Lufthansa sieht "Lohnproblem" in der Technik

25.03.2016 - 18:24 0 Kommentare

Die Lohnkosten am Wartungsstandort Hamburg sind der Lufthansa zu teuer. Lufthansa Technik müsse "auf international wettbewerbsfähigem Niveau" arbeiten, hieß es jetzt: Die Wartung neuer Triebwerkstypen gehe sonst ins Ausland.

Lufthansa-Techniker arbeiten an einem Triebwerk. - © © dpa - Bodo Marks

Lufthansa-Techniker arbeiten an einem Triebwerk. © dpa /Bodo Marks

Der Lufthansa Konzern will die Lohnkosten bei der Technik-Tochter in Deutschland drücken. Anderenfalls droht ein Stellenabbau in Hamburg.

Für die Bereiche Flugzeugüberholung und Triebwerksinstandhaltung liefen seit einigen Wochen Gespräche zwischen der Konzernleitung von Lufthansa Technik, Gewerkschaften und Betriebsrat, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag in Hamburg. Der "Spiegel" hatte zuvor über einen drohenden massiven Arbeitsplatzabbau berichtet.

Bei der Triebwerksinstandhaltung mit rund 1700 Beschäftigten gehe es etwa um eine Anhebung der Wochenarbeitszeit und flexible Arbeitszeiten, erklärte der Sprecher. Es solle rund um die Uhr gearbeitet werden können, um die Anlagen besser auszulasten. Bei der Flugzeugüberholung mit etwa 350 bis 400 Beschäftigten in Hamburg gehe es vor allem um Arbeitszeitflexibilität.

Hamburg habe hier im Vergleich zu anderen Standorten ein "Lohnproblem" und solle auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau gebracht werden.

Lufthansa Technik beschäftigt weltweit rund 20.300 Mitarbeiter, davon mehr als 10.000 in Deutschland. Am größten Standort in Hamburg sind es rund 7500.

Hintergrund der Verhandlungen seien gravierende Marktveränderungen bei Triebwerken, sagte der Sprecher. "Wir werden gemeinsam Maßnahmen entwickeln, um die Motoren der nächsten Generation nach Hamburg zu holen." Das werde nur funktionieren, wenn man sich auf dem Niveau der Weltmarktpreise bewege - also niedrigere Preise als jetzt anbiete.

"Wenn wir keine der neuen Motortypen nach Hamburg bekommen können, heißt das, dass wir in Hamburg weiterhin nur die Motortypen haben, die im Laufe der nächsten Jahrzehnte vom Markt verschwinden." Eine Entscheidung werde im Laufe des zweiten Quartals erwartet.

Bei gleicher Auslastung hätten die Beschäftigten mit den Motoren der nächsten Generation weniger zu tun, erklärte der Sprecher. Denn diese bräuchten im Laufe ihres Lebens eine Triebwerksüberholung weniger, und bei der Überholung gebe es einen geringeren technischen Aufwand. Wie viele Stellen abgebaut werden könnten, sei derzeit nicht absehbar. "Eine seriöse Aussage zur Entwicklung der nächsten 10, 15, 20 Jahre ist nicht möglich", betonte der Sprecher. Es stehe zudem ein "großer Pensionierungsschwung" an.

© dpa, Arne Dedert Lesen Sie auch: Günstiger Treibstoff beschert Lufthansa enormen Gewinnsprung

Am Montag hatte der Lufthansa-Tochterkonzern mitgeteilt, dass er im vergangenen Jahr den Umsatz um 17,6 Prozent auf rund 5,1 Milliarden Euro und den bereinigten Gewinn vor Steuern und Zinsen um 20 Prozent auf 454 Millionen Euro gesteigert habe. Ausdrücklich wurde auf die zunehmende Internationalisierung des Geschäfts verwiesen.

Von: dpa, dh

airliners.de-Konferenz
Über die Herausforderungen für den Luftverkehr in Deutschland

Lassen Sie sich das airliners.de-Fachgespräch „Level Playing Field“ nicht entgehen. Erfahren Sie aus erster Hand, welche Themen in nächster Zeit entscheidend für die Entwicklung des Luftverkehrs in Deutschland sein werden. Diskutieren Sie mit:

  • Perspektiven aus der neuen EU-Luftverkehrsstrategie
  • Aussichten zum neuen Luftverkehrskonzept
  • Auswirkungen aktueller Wettbewerbsverschiebungen

Weitere Informationen finden Sie im aktuellen Programm:
Alle Infos und Tickets

Interessant? Beitrag weiterempfehlen:

Nachrichten-Newsletter

Keine Nachricht verpassen mit unserem täglichen Nachrichtennewsletter.

Anzeige schalten »
Mehr Nachrichten »
Anzeige schalten
Mehr MRO Jobs
Mehr Stellenangebote » Mehr Luftfahrt-Trainings »
Anzeige schalten »