Emissionshandel Lufthansa kündigt Preiserhöhungen an

02.01.2012 - 17:31 0 Kommentare

Seit dem 1. Januar sind alle Fluggesellschaften, die innerhalb der EU operieren, verpflichtet, Emissionszertifikate zu kaufen. Die Lufthansa rechnet die Ausgaben hierfür in den Kerosinzuschlag ein und bereitet die Kunden auf steigende Ticketkosten vor.

Check-In an der Lufthansa-Station Frankfurt - © © Lufthansa - Dominik Mentzos

Check-In an der Lufthansa-Station Frankfurt © Lufthansa /Dominik Mentzos

Die Lufthansa stimmt ihre Kunden wegen steigender Kosten für den Klimaschutz auf höhere Ticketpreise in Europa ein. Aktuell sei zwar keine Erhöhung des Kerosinzuschlags geplant, teilte Deutschlands größte Fluggesellschaft am Montag in Frankfurt mit. Die Kosten für den Erwerb von CO2-Zertifikaten, mit denen Unternehmen sich das Recht zum Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) erkaufen, will die Lufthansa jedoch in den Kerosinzuschlag einrechnen.

Mit Beginn des neuen Jahres sind alle Fluggesellschaften verpflichtet, für Flüge von und nach Europa, solche Emissionsrechte nachzuweisen. Die Lufthansa Group muss nach eigenen Angaben gut 35 Prozent der nötigen Zertifikate kaufen. Auf Basis der durchschnittlichen Preisentwicklung für die Zertifikate rechnet die Fluggesellschaft mit Zusatzbelastungen von voraussichtlich 130 Millionen Euro für das Jahr 2012.

Zur Zeit kosten die Emissionsrechte für eine Tonne CO2 rund 7,25 Euro. Noch bis Mitte 2011 kosteten die Rechte an der European Energy Exchange noch über 15 Euro. In Brüssel wird daher bereits diskutiert, einen Mindestpreis pro Tonne CO2 festzulegen und somit in den Markt einzugreifen.

«Mit der Einbeziehung in den EU-Emissionshandel wird nun europäischen Fluggesellschaften eine weitere Zusatzbelastung aufgebürdet, die das Fliegen in und über Europa für den Passagier verteuern wird», ließ Lufthansa-Vorstand Carsten Spohr mitteilen.

Lufthansa hat den Kerosinzuschlag für Europa- und Langstreckenflüge nach eigenen Angaben zuletzt am 15. Dezember 2011 zwischen drei und zehn Euro erhöht. «Die Gestaltung des Zuschlags wird sich künftig sowohl nach der Höhe des Ölpreises als auch nach den Preisen für den Erwerb der Emissionsrechte richten», teilte der Konzern mit.

Den aktuellen Preis für EU Allowances (EUA) Euro/t CO2 listet airliners.de bereits seit einiger Zeit im Chart auf der Startseite auf.

Von: dpa
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