Lufthansa ist bereit für Kooperation mit Billigflieger Easyjet

21.09.2015 - 12:39 0 Kommentare

Lufthansa-Chef Carsten Spohr kann sich eine Zusammenarbeit mit dem britischen Billigflieger Easyjet vorstellen. Allerdings geht die Idee des Airline-Chefs in eine andere Richtung als die von Easyjet.

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa - © © dpa - Arne Dedert

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa © dpa /Arne Dedert

Die Lufthansa kann sich vorstellen, mit dem britischen Billigflieger Easyjet zusammen zu arbeiten. "Wir können aktiv mit anderen Airlines kooperieren, und Easyjet hat schon häufig Interesse daran bekundet, mit der Lufthansa-Group zusammenzuarbeiten", sagte Konzern-Chef Carsten Spohr in einem Interview mit dem "Spiegel". Eine Zusammenarbeit könne der neuen Eurowings auf einen Schlag zu einer kritischen Größe auf dem europäischen Flugmarkt verhelfen. Easyjet wollte sich zu dem Vorschlag nicht konkret äußern.

Die neue Eurowings

Unter der Marke Eurowings will die Lufthansa Kapazitäten verschiedener Airlines bündeln, um so günstige Flüge anbieten zu können. Das Konzept umfasst sowohl Kurz- und Mittelstreckenflüge wie auch Interkontinental-Verbindungen. Mit der Billig-Strategie reagiert die Lufthansa auch auf Lowcost-Carrier wie Ryanair oder eben Easyjet.

Easyjet hatte der Lufthansa eigentlich angeboten, Zubringerflüge zu Langstrecken-Routen durchzuführen. Laut Spohr kommt das für die Kranich-Airline jedoch nicht infrage. Als Grund nannte er das Gepäck, das die Passagiere bei diesem Modell nach dem Zubringerflug abholen und erneut aufgeben müssten.

Easyjet ist nach Ryanair der zweitgrößte Lowcost-Carrier in Europa. Mehr als 65 Millionen Passagiere waren im vergangenen Jahr mit Easyjet unterwegs. Auch in diesem Jahr wächst die Airline weiter. Von Januar bis einschließlich August konnte die Fluggesellschaft ihre Fluggastzahlen um knapp sechs Prozent steigern. Die Gewinnerwartung für das laufende Geschäftsjahr wurde erst kürzlich angehoben.

© dpa, Lesen Sie auch: Easyjet-Flotte soll bis 2019 auf 300 Maschinen wachsen

Lufthansa-Chef Spohr rechnet im laufenden Jahr mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 1,5 Milliarden Euro. Allerdings beinhaltet diese Prognosen noch nicht die Belastungen durch Streiks. Die Piloten hatten Anfang September ihre 13. Streikwelle gestartet. Ein Gericht stoppte den Arbeitskampf zwar, trotzdem fielen mehr als 1000 Flüge aus.

Von: ch
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