Lufthansa-Kapitän: Halten Streiks "zur Not noch fünf Jahre durch"

30.11.2016 - 13:21 0 Kommentare

Thomas von Sturm teilt aus: Der Lufthansa-Kapitän und ehemalige Chef der Vereinigung Cockpit spricht in einem Interview über jahrelange Streiks, Vertrauen unter dem Nullpunkt und ein Erpressungssystem.

Thomas von Sturm auf einer Pressekonferenz 2014 - damals war er noch Sprecher der Lufthansa Tarifkommission bei der Pilotenvereinigung Cockpit. - © © dpa - Boris Roessler

Thomas von Sturm auf einer Pressekonferenz 2014 - damals war er noch Sprecher der Lufthansa Tarifkommission bei der Pilotenvereinigung Cockpit. © dpa /Boris Roessler

Die Lufthansa-Piloten streiken - und ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht. Geht es nach dem Lufthansa-Kapitän und früheren Chef der Pilotenvereinigung Cockpit, Thomas von Sturm, wird die Auseinandersetzung noch sehr lange dauern. Das sagte er jetzt im Interview mit der "Zeit".

"Wir Piloten werden wir uns niemals freiwillig in dieses Erpressungssystem der ausgelagerten Fluggesellschaften begeben", so von Sturm. "Das halten wir zur Not noch fünf Jahre durch."

Von Sturm war bis 2006 Chef der Vereinigung Cockpit und gab im vergangenen Jahr sein Amt als Leiter der Tarifkommission der Piloten bei der Lufthansa ab. Er führte das Interview mit der "Zeit" als Flugkapitän und nicht in seiner Rolle als Gewerkschaftsfunktionär.

Unser Vertrauen in die Unternehmensspitze ist unter dem Nullpunkt.

Thomas von Sturm, Lufthansa-Kapitän und ehemaliger VC-Chef

"Es ist offensichtlich das Ziel des Lufthansa-Managements, dass keine Tarifverträge mehr existieren", so der 56-Jährige. Er glaubt: "Wenn wir aber mit den Streiks die Reputation der Airline so nachhaltig beschädigen, dass sie in wirtschaftliche Turbulenzen kommt, wird das Management auf uns zukommen müssen."

© dpa, Marcel Kusch Lesen Sie auch: Piloten setzen Streik bei der Lufthansa fort

Derzeit läuft die 14. Streikwelle der Lufthansa-Piloten. Die Airline strich knapp 4500 Flüge, mehr als eine halbe Million Passagiere mussten ihre Reisepläne ändern. Hintergrund des aktuellen Ausstands sind gescheiterte Tarifverhandlungen über die Vergütung der rund 5400 Piloten bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings.

Von: ch
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