Flugbegleiter bezeichnen Lufthansa-Jobgipfel als "Propaganda"

23.11.2015 - 12:05 0 Kommentare

Die Flugbegleiter sehen in dem Lufthansa-Jobgipfel einen Propaganda-Versuch. Trotzdem hat die Gewerkschaft Ufo dem Konzern eine Antwort geschickt - und gleichzeitig mit Streiks gedroht.

Die Flugbegleiter der Lufthansa haben mit Streiks gedroht. - © © dpa - Boris Roessler

Die Flugbegleiter der Lufthansa haben mit Streiks gedroht. © dpa /Boris Roessler

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo lässt offen, ob sie an dem Jobgipfel der Lufthansa teilnimmt oder nicht - und droht gleichzeitig mit neuen Streiks. Man habe dem Konzern eine interne Antwort zukommen lassen, teilte die Gewerkschaft mit. Wie diese lautet, werde man jedoch erst bekannt geben, wenn die Lufthansa auf das Schreiben reagiert.

"Es ist schlimm genug, wenn man sich öffentlich streitet - sich öffentlich zu vertragen ist jedoch unmöglich", sagte Ufo-Chef Nicoley Baublies. Die Flugbegleiter hatten erst kürzlich den längsten Streik in der Geschichte der Lufthansa durchgezogen. Inzwischen wurden neue Arbeitskämpfe angekündigt.

Piloten erteilen dem Treffen eine Absage

Ufo sieht in dem Jobgipfel "erst einmal eine nur auf die Medienwirksamkeit ausgerichtete Fortführung einer Propaganda-Schlacht der Lufthansa", heißt in einer Mitteilung der Flugbegleiter. Außerdem habe man keine Chance bekommen, sich mit den anderen Gewerkschaften und der Lufthansa abzustimmen.

Das Unternehmen hatte die Gewerkschaften Ufo, Verdi und Vereinigung Cockpit (VC) für den 2. Dezember zu einem Runden Tisch eingeladen. Bei dem moderierten Treffen soll es laut Unternehmensangaben um die Themen Versorgung, Arbeitsplatzperspektiven und Arbeitsplatzsicherheit bei der Deutschen Lufthansa AG und der Lufthansa Passage gehen.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Pilotengewerkschaft nimmt nicht am Lufthansa-Jobgipfel teil

Ein solches Zusammentreffen sei "längst überfällig", erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. Die Pilotengewerkschaft VC sagte jedoch ab. Sie befürchtet, dass der Konzern das Treffen juristisch gegen die Gewerkschaft verwenden wird.

Die Lufthansa hatte auf Anfrage von airliners.de versucht, diese Bedenken zu zerstreuen. Der Gipfel sei kein Ersatz für Tarifverhandlungen, so ein Sprecher. "Ziel ist es, wieder ein gemeinsames Verständnis mit den Gewerkschaften zu entwickeln."

Und weiter: "Es geht Lufthansa gerade nicht darum, die Tarifpartner in eine aus ihrer Sicht rechtlich schwierige Position zu bringen." Die Flugbegleiter können nach eigenen Angaben die Bedenken der Piloten gut nachvollziehen.

Von: ch
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