Lufthansa vor IAG und Air France-KLM, aber hinter Ryanair

11.01.2017 - 08:00 0 Kommentare

Passagierzahlen im Vergleich: Bei den europäischen Airlines hat Ryanair 2016 die Lufthansa Group überholt. Beim prozentualen Wachstum wiederum schneidet noch ein anderer Luftfahrt-Konzern sehr gut ab.

Maschinen von Ryanair und Lufthansa stehen am Frankfurter Flughafen. - © © dpa - Boris Roessler

Maschinen von Ryanair und Lufthansa stehen am Frankfurter Flughafen. © dpa /Boris Roessler

Die großen europäischen Fluggesellschaften und Airline-Verbünde konnten im vergangenen Jahr alle ihre Passagierzahlen steigern. Das Wachstum fiel jedoch unterschiedlich groß aus. Die Sitzplatzauslastung konnten einige der verglichenen Unternehmen keine steigenden Werte verbuchen.

Bei den absoluten Passagierzahlen hat Ryanair erstmals die Lufthansa Group (inklusive aller Tochtergesellschaften) überholt. Der irische Billigflieger hat eigenen Angaben zufolge rund 117 Millionen Reisende befördert. Die Lufthansa Group kam auf zirka 110 Millionen Reisende. Zu schaffen machten dem Konzern 2016 weiter gesunkene Ticketpreise und der sechstägige Pilotenstreik Ende November.

Die International Airlines Group (IAG) zählte rund 101 Millionen, Air France-KLM kam auf rund 93 Millionen Passagiere. 2015 lagen die beiden Konzerne noch in etwa gleichauf (88 beziehungsweise 90 Millionen Reisende). Der britische Billigflieger Easyjet registrierte etwa 74 Millionen Fluggäste.

Passagierzahlen und Sitzplatzkilometer 2016
Passagiere (Mio. PAX) Sitzplatzkilometer (Mrd. ASK)
Ryanair* 117 158
Lufthansa Group 110 287
IAG 101 298
Air France-KLM 93 279
Easyjet* 74 89

Diese Grafik zeigt die Transportleistung von ausgewählten Airlines bzw. Luftfahrt-Konzernen. Die Angaben sind gerundet. Quelle: Angaben der jeweiligen Fluggesellschaften und Konzerne, *) ASKs lt. eigener Schätungen auf Basis von öffentlich vorhandenen Daten.

Ryanair und Easyjet haben bezüglich der Passagierzahlen den Vorteil, dass sie nur innerhalb Europas unterwegs sind. Kurz- und Mittelstrecken lassen sich logischerweise öfter bedienen, was wiederum mehr Fluggäste bringt. Die drei genannten Luftfahrt-Konzerne bieten auch Langstrecken an und betreiben ein weltweites Streckennetz.

Lufthansa Group mit dem kleinsten Plus

Betrachtet man das prozentuale Wachstum, schneidet Ryanair ebenfalls am besten ab. Der Low-Cost-Carrier verbuchte ein Plus von 15 Prozent. Knapp dahinter folgt die IAG mit 14 Prozent. Der Konzern hat sein deutliches Wachstum vor allem dem Kauf der irischen Aer Lingus zu verdanken.

© AirTeamImages.com, Serge Bailleul Lesen Sie auch: Ryanair und Easyjet können 2016 kräftig zulegen

Easyjet steigerte ihre Passagierzahlen im Vergleich zu 2015 um rund sieben Prozent. Dahinter landet Air France-KLM mit vier Prozent. Für dieses Plus hat hauptsächlich der Billigflieger Transavia gesorgt. Prozentual gesehen kam die Lufthansa auf den fünften und damit letzten Platz: Der deutsche Konzern konnte 2016 die Zahl seiner Fluggäste um rund zwei Prozent steigern.

Bei dreien stagniert Auslastung

Was die Sitzplatzauslastung betrifft, musste die Lufthansa Group einen Rückgang von mehr als einem Prozentpunkt auf 79 Prozent hinnehmen. Easyjet (92 Prozent), Air France-KLM (86 Prozent) und die IAG (82 Prozent) blieben in dieser Kategorie auf dem Niveau von 2015.

Ryanair hat in seiner Statistik nicht ausgewiesen, wie die Maschinen im vergangenen Jahr durchschnittlich gefüllt gewesen sind. Aufgrund der monatlichen Berichte ergibt sich jedoch ein Wert von knapp 94 Prozent. Das sind zwei Prozentpunkte mehr im Vergleich zu 2015.

Unterschiedliche Datenbasis

Klassischerweise gilt eine Betrachtung von Available beziehungsweise Revenue Passenger Kilometers (ASK/RPK) als Basis für die Transportleistung von Fluggesellschaften. Die Zahlen geben an, wie viele Passagierkilometer im Betrachtungszeitraum zur Verfügung standen und wie viele tatsächlich verkauft wurden. Das Verhältnis ergibt die Auslastung in Prozent.

Ryanair und Easyjet geben diese Werte nicht an. Sie verweisen stattdessen auf Passagierzahlen. Doch während klassische Airlines in der Regel nur die Passagiere zählen, die auch tatsächlich geflogen sind, legen Ryanair und Easyjet die Anzahl der gebuchten Tickets zugrunde.

Die Auslastung errechnen Ryanair und Easyjet dann auf Basis der gebuchten Tickets in Beziehung zu den verfügbaren Sitzplätzen. Da gerade bei Low-Cost-Airlines ein nicht zu unterschätzender Kundenanteil ihre gebuchten Flüge nicht antritt, können bei solchen Berechnungen theoretisch Sitzladefaktoren von über 100 Prozent erreicht werden.

Von: ch
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