Lufthansa verdoppelt Halbjahresgewinn

18.07.2017 - 16:38 0 Kommentare

Überraschend legt der Kranich-Konzern Halbjahreszahlen vor: Den operativen Gewinn hat Lufthansa im Jahresvergleich beinahe verdoppelt. Für Eurowings gibt Konzern-Chef Carsten Spohr eine neue Zielmarke vor.

Carsten Spohr leitet seit 2013 den Lufthansa-Konzern. - © © Lufthansa-Group -

Carsten Spohr leitet seit 2013 den Lufthansa-Konzern. © Lufthansa-Group

Die starke Nachfrage nach Flugtickets gibt den Gewinnplänen der Lufthansa-Group Auftrieb. Im ersten Halbjahr erzielte der Kranich-Konzern einen operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) von 1,04 Milliarden Euro und damit knapp doppelt so viel wie ein Jahr zuvor, wie er nun mitteilte.

Halbjahresgewinne der Lufthansa-Group
Operativer Gewinn in Millionen Euro
1. Halbjahr
2013
72
1. Halbjahr
2014
114
1. Halbjahr
2015
468
1. Halbjahr
2016
529
1. Halbjahr
2017
1042

Quelle: Unternehmensangaben

Im Gesamtjahr will Vorstandschef Carsten Spohr den Wert von 1,75 Milliarden Euro aus dem Vorjahr nun übertreffen - auch dank der Billigmarke Eurowings. Bisher hatte der Manager einen leichten Rückgang angekündigt, auch wenn Analysten bereits von gut 2,1 Milliarden Euro ausgingen.

An der Börse wurden die Nachrichten mit einem Kursrutsch quittiert. Die Lufthansa-Aktie verlor zum Handelsstart mehr als vier Prozent an Wert und war damit Schlusslicht im Dax. Ein Broker erklärte dies damit, dass Anleger die Kursgewinne der vergangenen Monate mitzunehmen versuchten. So hatte die Lufthansa-Aktie von Jahresbeginn rund 72 Prozent an Wert gewonnen und sich damit so gut entwickelt wie kein anderes Papier im Dax.

Höhere Treibstoffkosten

Im ersten Halbjahr profitierte die Lufthansa sowohl vom Passagierverkehr als auch von anderen Geschäftsfeldern. Der Konzernumsatz stieg von 15 Milliarden auf 17 Milliarden Euro. Dabei machte er die um 223 Millionen Euro gestiegenen Treibstoffkosten mehr als wett.

Die Lufthansa musste infolge der Komplettübernahme von Brussels Airlines mehr Flugzeuge betanken, konnte dadurch aber auch mehr Flugtickets verkaufen. Das gleiche gilt für die mehr als 30 Maschinen von Air Berlin, die seit dem Frühjahr im Wet-Lease für den Kranich-Konzern fliegen. Im ersten Halbjahr hatte der Lufthansa-Konzern die Zahl der Passagiere durch diese Geschäftsausweitung um 17 Prozent auf fast 60 Millionen Fluggäste gesteigert.

Eurowings soll früher Gewinn machen

Für Eurowings sieht Lufthansa-Chef Spohr einen Gewinn früher in Sicht als bisher gedacht. Trotz der enormen Anfangsinvestitionen für den Geschäftsausbau werde die Lufthansa-Zweitmarke aller Voraussicht nach schon in diesem Jahr in die schwarzen Zahlen fliegen, kündigte der Manager auf Twitter an. Die "kostengünstige Zweitmarke" komme bei Kunden in ganz Europa sehr gut an.

Eigentlich hatte er die Gewinnschwelle erst für 2018 angepeilt. Brussels und die gemieteten Air-Berlin-Jets sollen im zweiten Halbjahr nun einen leicht positiven Ergebnisbeitrag liefern. Die Anstrengungen der Mitarbeiter in allen Geschäftsbereichen zahlten sich aus.

Für das zweite Halbjahr sagt das Management keine so großen Ergebnissprünge mehr voraus. Bei den Vorausbuchungen für das reisestarke dritte Quartal habe sich der Ausblick im Passagiergeschäft stabilisiert, hieß es. Die Ticketpreise dürften in der zweiten Jahreshälfte allerdings niedriger ausfallen als ein Jahr zuvor. Die Stückkosten sollen leicht sinken, wenn man Kerosin und Währungsschwankungen herausrechnet.

Frachtgeschäft wohl auf Vorjahresniveau

Für die anderen Geschäftsfelder Cargo, Technik und Bordverpflegung stellte Spohr für die zweite Jahreshälfte ein operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau in Aussicht. Im ersten Halbjahr konnten sie ihr operatives Ergebnis mehr als verdoppeln.

© Lufthansa Cargo, Jannah Baldus Lesen Sie auch: Lufthansa Cargo ist wieder optimistischer

Cargo-Chef Peter Gerber hatte bereits Anfang Juli von sehr guten Geschäften berichtet. Im vergangenen Jahr war die Frachtsparte in die roten Zahlen geflogen. Den gesamten Halbjahresbericht mit allen Zahlen will die Lufthansa wie geplant am 2. August veröffentlichen.

Von: cs, dpa-AFX, AFP
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