Lufthansa Group rechnet mit deutlich höheren Treibstoffkosten

09.01.2017 - 10:05 0 Kommentare

Die Lufthansa Group muss 2017 mit härteren Bedingungen zurechtkommen. Auf den Konzern kommen deutlich höhere Ausgaben für Kerosin zu. Er will mit Wachstum dagegen halten.

Ein Flugzeug der Lufthansa wird betankt (Archivfoto).  - © © dpa - Gero Breloer

Ein Flugzeug der Lufthansa wird betankt (Archivfoto). © dpa /Gero Breloer

Die Lufthansa Group kann sich dieses Jahr nicht mehr auf Rückenwind durch billiges Kerosin verlassen. Der deutsche Konzern rechnet eigenen Angaben zufolge mit 400 Millionen Euro mehr Treibstoffkosten.

Unterm Strich erwartet Lufthansa 2017 Kerosinkosten in Höhe von 5,3 Milliarden Euro. Nicht berücksichtigt sind dabei die jüngste Übernahme der belgischen Brussels Airlines und die Anmietung von 38 Jets von Air Berlin. Im vergangenen Jahr hatten die Treibstoffkosten noch bei 4,9 Milliarden Euro gelegen.

Grund für den kräftigen Anstieg seien das zuletzt wieder teurere Rohöl und der starke Dollar. Da Öl auf den Weltmärkten in Dollar gehandelt wird, verteuert es sich für Firmen aus dem Euroraum. Angaben dazu, wie stark die höheren Kerosinkosten das Unternehmensergebnis belasten, machte die Lufthansa Group nicht.

Im vergangenen Jahr 900 Millionen Euro gespart

Die wegfallenden Einsparungen durch billigen Treibstoff sind für das Unternehmen ein schwerer Schlag. Allein in den ersten neun Monaten 2016 konnte die Lufthansa Group dank des günstigen Öls 800 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sparen. Im vierten Quartal waren es weitere 100 Millionen Euro.

Trotzdem rechnet der Konzern 2016 mit einem bereinigten operativen Ergebnis auf Vorjahresniveau bei rund 1,8 Milliarden Euro vor Streikkosten. Der Lufthansa Group machen Billigflieger auf der Kurzstrecke und die erstarkenden arabischen Airlines auf der Langstrecke zu schaffen.

Im laufenden Jahr will das Unternehmen mit Wachstum dagegen halten. Der Konzern mietet von Air Berlin 38 Airbus-Mittelstreckenjets samt Piloten und Flugbegleitern, davon 33 für die Lufthansa-Billiglinie Eurowings und fünf für die Tochter Austrian Airlines. Bei Eurowings ersetzen die neuen Maschinen aber bis zu 20 bestehende Jets. Das soll die Kosten drücken.

© airliners.de, David Haße Lesen Sie auch: Lufthansa interessiert sich für Sunexpress-Komplettübernahme

Weiteres Wachstum kommt mit der jüngst besiegelten Übernahme der belgischen Brussels Airlines. Diese soll ebenfalls bei Eurowings angedockt und bis 2018 integriert werden.

Auch Streikkosten belasten die Bilanz

Insgesamt soll die Flugkapazität der Lufthansa Group aus eigener Kraft um vier Prozent wachsen. Der Konzern rechnet zwar mit weiter sinkenden Stückerlösen, aber nicht so deutlichen Rückgängen wie 2016. Zudem werden positive Wechselkurseffekte beim Erlös durch den schwachen Euro erwartet.

Der jüngste Streik der Piloten habe bei Lufthansa direkte und indirekte Kosten von insgesamt 100 Millionen Euro verursacht, teilte der Konzern mit. Die Buchungen hätten sich zuletzt aber wieder erholt. Während des Streiks hatte Lufthansa noch vor mittelfristigen Buchungsrückgängen gewarnt.

Eine Grafik der Lufthansa-Gruppe zeigt deren Geschäftsfelder. Foto: © Lufthansa Group

Von: ch, dpa
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